Tragischer Held: Raphael Landherr trug mit wichtigen Paraden zum Kauferinger Coup in Leipzig bei, musste im letzten Drittel aber verletzt runter. (Foto: Archiv/Finkenzeller)
Kaufering – Die Jubeltraube nach der Schlusssirene zeugte von der riesengroßen Erleichterung über den ersten Saisonsieg: Die Red Hocks Kaufering haben Spitzenreiter MFBC Leipzig in dessen Halle mit 4:3 erfolgreich niedergerungen. Eine ganz bittere Pille gab es dennoch noch zu schlucken.
Wenn der Tabellenletzte den Spitzenreiter schlägt, dann geschieht das selten über spielerische Brillanz. So war es auch am Sonntag. Verballerten die Red Hocks in den Partien zuvor noch eine Chance nach der anderen, so saß in Leipzig ein guter Prozentsatz der sich bietenden wenigen Möglichkeiten auch.
„Endlich sind wir mal in Führung gegangen“, schnauft Kapitän Benedikt Föhr durch, nachdem sein Team in weiten Teilen der vorangegangenen Partien stets einem Rückstand hinterherhecheln musste. Das 0:1 durch Miro Akerlund, der mit seinem ersten Saisontreffer einen Ballverlust der Gastgeber bestrafte (5.), hatte zwar nur solange Bestand, bis Radim Kühnel vier Minuten später mit einem schnellen Gegenstoß ausglich. Der nächste Kauferinger Vorsprung schaffte es dann aber bis in die Pause: Jonas Knaus steckte durch auf Johannes Probst und dieser behielt im Duell allein mit Torwart Jannis Michaelis die Nerven (12.).
Im zweiten Durchgang setzte es rasch das 2:2, als Mark-Oliver Bothe (23.) einen starken Überzahl-Spielzug des MFBC veredelte. Der darauffolgende Doppelschlag sollte das Spiel dann aber schon auf die Kauferinger Seite ziehen: Zunächst fand Johannes Probst bei einem Freischlag aus kurzer Distanz erfolgreich die Lücke (28.), dann hielt Benedikt Föhr einfach mal aus dem linken Halbfeld drauf (28.) – 2:4. „Wir wollten kompakt stehen, unsere Möglichkeiten nutzen und von Wechsel zu Wechsel schauen“, so der Torschütze. „Das ist wirklich gut aufgegangen.“ Auch ein Bothe-Penalty (31.) blieb ohne Folgen.
Kaufering robbte sich Minute um Minute mit einer – im wahrsten Sinne des Wortes – geschlossenen Defensivleistung der Ziellinie entgegen. „Wir haben füreinander von der ersten bis zur letzten Sekunde alles gegeben“, lobt Headcoach Henrik Nordström den Einsatz seines Teams. Die Messestädter gingen es etwas zu kompliziert an, die Red Hocks bekamen stets einen Block, einen Fuß oder einen Schläger dazwischen. „Jeder ist für jeden noch mehr gelaufen als sonst“, stimmt Kapitän Föhr zu.
Zwar kam der Tabellenführer im Schlussdurchgang rasch durch einen mustergültigen Angriff und Benedikt Richardon (44.) auf 3:4 heran – weitere Tore fielen aber keine mehr. „Unsere Abwehr stand sicher und wir haben die Treffer gemacht, die es gebraucht hat“, fasst Nordström zusammen. „Es war eine coole Art, unseren ersten Erstligasieg nach unserem Wiederaufstieg zu holen und wir haben gezeigt, dass man uns nicht zu früh abschreiben sollte.“ Einen Wermutstropfen gab es dennoch: Rund zehn Minuten vor der Schlusssirene war die Partie für den bis dahin bärenstarken Schlussmann Raphael Landherr beendet, zu befürchten ist ein längerer Ausfall.
Doppel-Wochenende daheim
Weiter geht es am kommenden Wochenende mit gleich zwei Heimspielen: Am Samstag empfangen die Red Hocks um 18 Uhr die mit reichlich Finnen-Power aufgerüsteten Floor Fighters Chemnitz, die zuletzt Rekordmeister Weißenfels in der Verlängerung schlagen konnten. Tags darauf geht es um 16 Uhr gegen die Unihockey Igels Dresden um den tschechischen Ex-Nationaltorwart Martin Benes.