Johannes Probst war an allen Ecken und Enden zu finden, am Ende setzte sich sein Team in München mit 10:2 durch. (Foto: Archiv/Finkenzeller)
Matchball zum Aufstieg: Red Hocks legen in München vor
Kaufering – Einen Traumstart haben die Red Hocks in der Finalserie der 2. Floorball Bundesliga hingelegt. An einem Tag, an dem für sie fast alles klappte, setzten sich die Kauferinger beim FBC München mit 10:2 durch. Doch auch wenn das Ergebnis hoch ausfiel, ist das nur die halbe Miete. Besiegelt werden muss der Aufstieg am kommenden Samstag (18 Uhr) vor heimischer Kulisse.
Dass es ein Kräftemessen auf Augenhöhe werden kann, hatten nicht nur die letzten Duelle gezeigt. Auch das erste Drittel am Sonntag war lange ausgeglichen. Zwar legte Jeremias Probst (5.) nach einem Abpraller für die Gäste vor, den etwas gefestigteren Eindruck machten zunächst jedoch die Münchner. Dann allerdings zeigten sich die Red Hocks von ihrer abgezockten Seite: Zunächst bot sich den Kauferingern ein Konter in eigener Überzahl, diesmal war es Daniel Wipfler, dem sein eigener Rebound vor die Kelle fiel (14.). Nur rund eine Minute darauf mogelte Ferdinand Reichenberger (15.) den nächsten Abpraller ins Netz.
Es waren zwei Treffer mit Wirkung, denn München taumelte nun. Ein aussichtsreicher Freischlag vor dem Tor der Red Hocks wurde zum Bumerang, am Ende eines schnellen Gegenstoßes stellte Miro Akerlund (16.) auf 4:0. Nach einem Stockschlag an Benedikt Föhr trat der Gefoulte selbst zum Penalty an, den er mühelos verwandelte. „Wir hätten uns keinen besseren Anfang wünschen können“, freut sich Kauferings Coach Henrik Nordström.
„Wir waren viel zu lasch in unseren Zweikämpfen, haben im Passspiel nachgelassen und ein paar unglückliche Entscheidungen getroffen, die Kaufering voll ausnutzt, und ehrlich gesagt ist das Spiel schon nach dem ersten Drittel gelaufen“, bedauert FBC-Trainer. Fredrik Ekvall. Denn auch im zweiten Abschnitt fanden seine Münchener den Dosenöffner einfach nicht. Jeremias Probst erhöhte nach einer schönen Einzelaktion (25.). „Ich bin vor allem mit unserer Abwehrleistung zufrieden“, fasst indes Nordström zusammen. Sein Team blockte konsequent; was den Weg aufs Tor fand, wurde Beute des starken Raphael Landherr. Erst kurz vor der zweiten Pause leisteten sich die Red Hocks einen Ballverlust an den Mittellinie, den Federico Vanoni zum ersten FBC-Treffer nutzte.
Für ein Comeback-Märchen blieben die Hausherren vor rund 450 Zuschauern aber weiter zu wackelig. Erst stand Kauferings Calli Rieß blitzeblank vor dem Tor, um aus ganz kurzer Distanz einzuschieben (44.), dann schwächte sich der FBC mit Strafen. Zunächst spielte Johannes Probst in einem Powerplay Marco Tobisch erfolgreich frei (45.), dann war es erneut ein Konter in Überzahl samt Abpraller, den Gregor Denk verwertete (50.). „Wir waren nie auch nur annähernd in der Lage, das Spiel wieder spannend zu machen“, so Ekvall am nächsten Morgen. „Es ist schwer, im Moment eine tiefgreifendere Analyse zu machen, es gab so vieles, was nicht stimmte.“ Doch gab es auch Lichtblicke: Dass die Gastgeber das Spiel in numerischer Überzahl ebenfalls beherrschen, zeigte Kai Finkenwirth mit einem schönen Treffer aus spitzem Winkel (44.). Kurz vor Schluss machte es Jonathan Krevet nach einem überfallartigen Kauferinger Angriff aber noch zweistellig (59.).
„Für uns geht es einfach darum einzugestehen, dass wir gegen eine bessere Mannschaft verlieren, das zu akzeptieren und zu versuchen zu erkennen, was wir anders machen müssen“, kommentiert Ekvall. Traurig sei es, dass das schlechteste Saisonspiel auf den denkbar ungünstigsten Termin fiel. Das Ergebnis sei dabei zweitrangig, „was mich enttäuscht ist, wie wir uns sowohl auf als auch neben dem Platz verhalten“. Der Weg zurück in die Spur führte nur über den Blick in den Spiegel. „Es geht darum, dass jeder Spieler und jeder Trainer in sich geht, Verantwortung für sein eigenes Handeln übernimmt und nicht dem einen oder anderen die Schuld gibt.“
Entscheidende Heimspiele
„Ich bin sehr stolz auf die Leistung aller meiner Jungs heute – jeder hat zu einer unserer besten Leistungen dieser Saison beigetragen“, bilanziert sein Kauferinger Kollege Nordström derweil. Doch hohes Ergebnis hin, hohes Ergebnis her, auch die Red Hocks wissen: In der Best-of-three-Serie zählt nur der Sieg. Und ein weiterer solcher ist am nächsten Wochenende nötig.
„Es geht wieder von vorne los“, so Kauferings Coach, der sich auf einen Gegner einstellt, der mit Wucht zum Gegenschlag ausholen wird. „Wir brauchen am Samstag ein vollbesetztes und ausverkauftes Sportzentrum in Rot und Weiß. Wir alle müssen unser Bestes geben, und gemeinsam werden wir den Aufstieg zu Hause unter Dach und Fach bringen.“ Sollte dafür eine Extrarunde, sprich ein drittes Spiel, nötig sein, so findet dieses am Sonntag um 16 Uhr statt.