Miro Akerlunds Treffer brachte seinen Red Hocks das Viertelfinale. Am Samstag sind die Kauferinger in Halle gefordert. (Foto: Finkenzeller)
Kaufering – Die Red Hocks stehen im Viertelfinale des FD-Pokals. Beim Derby in München setzten sich die Kauferinger durch einen Last-Minute-Treffer mit 5:6 durch.
Lange war es der selbe Ablauf: Die Gastgeber legten vor, Kaufering antwortete. Erst in der 44. Minute änderte sich dieses Bild, als die Red Hocks erfolgreich nachsetzten, Youngster Jeremias Probst einen Ball erlief und diesen aus der Halbdistanz zur erstmaligen Führung ins Netz setzte. Nun war es an den Münchenern, auf den Rückstand zu reagieren – und erneut lieferte Paul Handrich, der mit seinem dritten Tor (52.) sogar den Hattrick schnürte. Ausgleich, 5:5 und noch gut acht Minuten auf der Uhr.
Handrich war es auch, der mit einem präzisen Schuss ins kurze Eck für den ersten Treffer dieses Bayern-Derbys (12.) gesorgt hatte. Bis dahin hatten sich beide Teams ein ereignisarmes Spiel geliefert, in dem es erkennbar galt, nach der Weihnachtspause wieder in Gang zu kommen. „Es dauerte eine Weile unseren Rhythmus zu finden“, räumt Kauferings Trainer Henrik Nordström ein. Öfter als vorgenommen wackelte sein Team bei den forschen Münchener Pressingversuchen. Immerhin: Obwohl offensiv nur wenig zusammenlief, passte eine der einzigen beiden nennenswerten Offensivaktionen: Daniel Wipfler spielte Kapitän Benedikt Föhr frei, der aus zentraler Position verwandelte (18.). „In der ersten Hälfte hatten wir das Spiel unter Kontrolle – treffen wir hier öfter, läuft es vielleicht anders“, bilanziert FBC-Coach Fredrik Ekvall.
Im zweiten Drittel jubelte wieder Handrich, der die Kauferinger Unordnung nach einem Freischlag nutzte (21.). Wipfler glich per Konter aus (26.). In der Folge fanden beide Teams öfter den Abschluss: Nach einem Ballverlust der Red Hocks legte Sebastian Unterberger vor (29.), wenig später saß der Torschütze zwei Strafminuten ab, als Johannes Probst wuchtig aus der Distanz auf 3:3 stellte. Abermals nur 20 Sekunden darauf pennten die Gäste bei einem Freischlag schon wieder, diesmal schlug Federico Vanoni zu (33.), ehe erneut 26 Sekunden später Calli Rieß eine schöne Kombination mit dem 4:4 abschloss. „Es war ein umkämpftes Spiel“, fasst Nordström zusammen – „anders war das beim Aufeinandertreffen dieser beiden Teams aber auch nicht zu erwarten“.
In der Schlussphase der Partie boten sich dann beiden Mannschaften Gelegenheiten zur Vorentscheidung, wobei den schmaler besetzten Gästen die Puste auszugehen drohte. Dass es nicht wie schon bei den beiden letzten Aufeinandertreffen in die Verlängerung ging, lag an einem FBC-Missgeschick und einem aufmerksamen Kauferinger Goalgetter: Nach einem Ballgewinn prallten zwei Münchener gegeneinander, Miro Akerlund stibitzte das Spielgerät und traf 13 Sekunden vor der Schlusssirene spielentscheidend in den Winkel.
An das Ligaduell Anfang November fühlte sich Ekvall erinnert: „Wir verlieren im Laufe des Spiels an Energie“; dass Kaufering auf den letzten Metern zweimal hintereinander die Oberhand erringt, solle nicht als Zufall abgetan werden. Es gelte nun einige Dinge anders zu machen – das nächste Duell werde erneut eine spannende Nagelprobe, um die Entwicklung beider Teams im Dauerrennen zu beobachten.
„Ich bin wirklich stolz auf die Jungs“, jubelt Nordström. „Uns allen ist bewusst, dass es nicht unsere beste Leistung war, trotzdem haben wir einen Weg gefunden dieses Spiel zu gewinnen.“ Umso mehr, als dass aus der jüngsten Stammbesetzung unter anderem mit Marco Tobisch, Toni Lahtinen, Ferdinand Reichenberger und Gregor Denk fehlten. Ein großes Lob gelte den Fans, die rund ein Drittel der mit gut 200 Zuschauern besetzten Tribüne ausmachte; „sie haben uns wieder den nötigen Schub gegeben“.
In der 2. FBL geht es am kommenden Samstag in Halle weiter (18 Uhr).