Calli Rieß trug drei Tore zum Kauferinger 6:4-Erfolg in Döbeln bei. (Foto: Archiv/Finkenzeller)
Red Hocks siegen beim Tabellenvorletzten Döbeln
Kaufering – Die Red Hocks sehen als Tabellenerster dem Kracher-Heimspiel gegen den FBC München entgegen. Am vergangenen Samstag taten sich die Kauferinger lange schwer, ehe mit 6:4 der Pflichtsieg beim UHC Döbeln gelang. Nun geht es am Samstag (18 Uhr) im Sportzentrum darum, welches der beiden bayerischen Spitzenteams sich das Heimrecht für die Playoffs sichert.
Erst im letzten Drittel platzte der Kauferinger Knoten in Döbeln: „Vor allem am Anfang hatten wir Probleme gegen die gegnerische Mann-Mann-Verteidigung“, räumt Verteidiger Jonathan Krevet ein. So waren es Benedikt Föhr (42.) und Calli Rieß (44.), die früh nach Wiederanpfiff von 2:4 auf 4:4 stellten. Der eine kam nach einem Abpraller und einer Krevet-Vorlage aus kurzer Distanz zum Abschluss, der andere bewies den richtigen Riecher, als Tobias Hutter einen langen Ball vor dem Tor scharf machte. „Der Ausgleich war der Knackpunkt“, so Krevet.
Zuvor hatte sich sein Team lange schwer getan. Anfangs schien es zwar, als hätten die Gäste über ein Plus an Ballbesitz das meiste im Griff. In den entscheidenden Momenten waren aber die Hausherren den entscheidenden Schritt wacher. Was sich für die Red Hocks zunächst nur in einem Mangel an Abschlüssen niederschlug, wurde dann aber auch defensiv zu einem Problem: Zunächst vollendete Elias Handschack (11.) eine schöne Kombination zur Döbelner-Führung, später baute Tim Trinitz (19.) diese auch noch aus, als er gedankenschnell den freien Ball vor dem Kauferinger Tor fand.
Im zweiten Durchgang zeigten die Lechfloorballer, dass sie den Weckruf gehört hatten. Die Lernkurve zeigte nach oben und fortan kam das Team von Trainer Henrik Nordström deutlich strukturierter vor das gegnerische Tor. Dort war nun aber Torwart Kevin Thoß auf dem Posten, sodass nur Calli Rieß komplett freistehend nach einem Freischlag traf (28.). Wie es mit der Effizienz klappt, machte dann erneut der Tabellenletzte vor: Lukas Müller in Überzahl (33.) und Gregor Hüttel nach einem Konter (37.) erhöhten auf 4:1. Daniel Wipfler (38.) sorgte mit einem Distanzschuss dafür, dass sein Team nicht mit einem Drei-Tore-Rückstand in die Pause musste.
Auch nach dem 4:4 blieb ein Feuerwerk zwar aus. Drei Strafen gegen Döbeln brachten Kaufering dann aber endgültig in die Spur. Dem nächsten Treffer wurde korrekterweise noch die Anerkennung verweigert, doch der von einem kaputten Ball um sein nächstes Erfolgserlebnis gebrachte Calli Rieß zeigte sich unbeeindruckt: Schön freigespielt von Toni Lahtinen traf er aus kurzer Distanz zur erstmaligen Kauferinger Führung (49.). Aus dem Gestocher sorgte Lahtinen dann rund viereinhalb Minuten am langen Pfosten für die Vorentscheidung (54.). Die Red Hocks zeigten fortan die nötige Cleverness, um dem UHC den Zahn zu ziehen.
Kracher vor den Playoffs
Nun steht am Samstag gegen den FBC München ein großes Highlight an. Zwar sind beide Teams bereits sicher für die Playoffs qualifiziert, doch neben der Derby-Brisanz hat die Frage, wer die Hauptrunde als Erster beendet, auch ganz handfeste Gründe: Das besser platzierte Teams genießt in der sich direkt anschließenden heißen Saisonphase Heimrecht, bestreitet die gegebenenfalls in der Halbfinal- und womöglich folgenden Finalserie entscheidende Partie also vor heimischem Publikum. Als Gegner aus der 2. FBL Nord/West sind derzeit noch die Wölfe des TV Lilienthal, die Baltic Storms aus Kiel und Tollwut Ebersgöns im Rennen.