John Blümke und die Red Hocks treffen unmittelbar vor den Playoffs zuhause auf den FBC München. (Foto: Finkenzeller)
Red Hocks empfangen München zum Duell um Platz eins
Kaufering – Besser war dieses Drehbuch kaum zu schreiben: Am letzten Spieltag vor dem Start der Playoffs empfangen die Red Hocks am Samstag den FBC München im Sportzentrum (18 Uhr). Es ist nicht nur ein Derby, sondern auch das Duell Erster gegen Zweiter – und ein Kampf darum, wer sich das Heimrecht für die finale Saisonphase sichert.
Die noch offene Frage wer ganz vorne in der Tabelle steht, ist wichtig. Denn sie entscheidet zunächst über den Gegner und das Heimrecht im Halbfinale. Aus der Nord/West-Gruppe sind derzeit noch die Wölfe des TV Lilienthal, die Baltic Storms aus Kiel und Tollwut Ebersgöns im Rennen. Doch auch in einem sich womöglich anschließenden Zweitligafinale würde der Spitzenplatz aus der Süd-Hauptrunde auf jeden Fall dafür sorgen, dass das gegebenenfalls entscheidende dritte Spiel zuhause ausgetragen werden kann.
In der Tabelle trennt die zwei bayerischen Spitzenteams Kaufering und München derzeit nur ein Punkt, nach ihrem Abstieg aus der 1. FBL konnten sich beide fast im Gleichschritt ganz vorne behaupten. Der Blick auf die Zahlen weist die Defensive der Red Hocks als einen Tick sicherer aus (53 Gegentore aus 17 Spielen; München: 69 Gegentore). Währenddessen hat der FBC die etwas treffsichere Offensive (146 Tore; Kaufering: 139), wobei beide Kontrahenten sich auf eine ganze Reihe guter Punktesammler stützen können und ohne Alleinunterhalter auskommen.
„Wie im Hollywoodfilm“
„Wir haben uns alle auf dieses Spiel gefreut“, blickt Trainer Henrik Nordström dem Samstag entgegen. „Schon zu Beginn der Saison hatte ich das Gefühl, dass dieses Spiel über den ersten und zweiten Platz entscheiden würde, und nun ist es soweit. Es ist wie das Drehbuch für einen Hollywoodfilm.“ So wie sein eigenes Team, so stecke auch München vermutlich bereits in der Detailarbeit für die Playoffs. „Es dürfte kein torreiches Match werden, sondern ein hart umkämpftes Kräftemessen.“
„Dieses Duell war die letzten Male immer knapp bis zum Schluss“, erinnert Verteidiger Marco Tobisch. „In solchen Spielen entscheiden meist Kleinigkeiten.“ Den eigenen Ballbesitz gelte es wieder konzentrierter zu pflegen als zuletzt. „Jetzt ist der Moment, wo wir so langsam aber sicher für die Playoffs Fahrt aufnehmen müssen, da kommt das Bayern-Derby genau zum richtigen Zeitpunkt“
Auch die Emotionen dürften sicher eine Rolle spielen, ist Nordström überzeugt. „Wir erwarten viele Zuschauer im Sportzentrum, wollen den Heimvorteil nutzen, und unser Ziel ist klar: Wir wollen die Hauptrunde als Tabellenführer beenden und sind hochmotiviert, diese Aufgabe zu meistern.“
Ein Derby sei für ihn wie zwei Spiele in einem, sagt auch Tobischs Reihenkollege Toni Lahtinen: „Jeder will in jeder Situation, bei jedem Ball 200 Prozent geben. Diese Atmosphäre und die Spannung erlebt man nur selten. Ich liebe es.“