Den Bundesligisten der Stunde lange geärgert

(Foto: Finkenzeller)

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Red Hocks verpassen Einzug ins Pokal-Final4 gegen Floor Fighters Chemnitz knapp

Zur Sensation hat nicht viel gefehlt: Eine zwischenzeitliche Drei-Tore-Führung gegen Bundesliga-Topteam Floor Fighters Chemnitz konnten die Red Hocks Kaufering im Pokal-Viertelfinale am Ende nicht ins Ziel bringen. Mit 5:7 schieden die Roten trotz starker Leistung denkbar knapp aus.

Die Erleichterung war Chemnitz´ Kapitän Hannes Langenstraß vom Gesicht abzulesen, als er den Red Hocks nach der Schlusssirene eine starke kämpferische Leistung bescheinigte. Denn gegen den unbequemen Zweitligisten vom Lech musste sich der Bundesliga-Meisteranwärter gewaltig strecken, um ins Final4, das prestigeträchtige Finalturnier im deutschen Floorball-Cup, einzuziehen.

Das erste Drittel kontrollierte der Favorit aus Sachsen zwar, entwickelte aber nicht den sonst so starken Zug zum Tor. Vor allem das Zentrum wollten die Red Hocks rigoros verteidigen, was im ersten Teil des Spiels gut gelang: „Wir haben unseren Matchplan konsequent umgesetzt. Wir haben furchtlos gespielt und bewiesen, dass alles möglich ist, wenn man sich etwas in den Kopf setzt“, lobt Kauferings Trainer Henrik Nordström. Er durfte erstmals in der 11. Minute jubeln, als sein Kapitän Benedikt Föhr zum Ausgleich abstaubte. Olli Vikman, einer von fünf Finnen im Chemnitzer Aufgebot, hatte vorgelegt (8.).

Endgültig an der faustdicken Überraschung schnupperten die Gastgeber dann im zweiten Drittel, als der eingewechselte John Blümke (22./38.) sowie Ferdi Reichenberger (25./39.) jeweils einen Doppelpack schnürten, nachdem sie eine Reihe von Kontern effizient abgeschlossen hatten. Gleichzeitig parierte Dominik Bürger im Tor der Kauferinger mehrmals sehenswert und ließ die knapp 200 Zuschauer im Sportzentrum beim Zwischenstand von 5:2 bereits von der Sensation träumen. Zur Einordnung: Im Jahr 2026 ist Chemnitz in der 1. Bundesliga noch ungeschlagen, deklassierte unter anderem Schenefeld (9:1) und Berlin (10:0). 

So war es denn nicht verwunderlich, dass sich die routinierten Floor Fighters auch beim Zweitligisten in Bayern zurück ins Spiel arbeiteten – rückblickend der Knackpunkt: Mit einem Doppelschlag binnen 24 Sekunden waren die Gäste zur zweiten Drittelpause wieder auf 5:4 dran. Und gingen somit mit Rückenwind in den Schlussabschnitt, wo Maximilian Schröder ausglich (44.). Kaufering spielte zwar weiter munter mit und nahm den Kampf an, geriet aber phasenweise immer wieder unter Druck. 

Als dann ein Kauferinger auf die Strafbank musste, belohnte sich Chemnitz im Powerplay mit dem 6:5 (53.). „Sie haben wirklich ein gutes Spiel mit hohem Tempo und starker individueller Klasse gezeigt“, attestiert Coach Nordström. „Am Ende waren es kleine Fehler, die den Unterschied gemacht haben.“ Bis zum Schluss riskierten die Red Hocks alles, kamen aber auch mit einem Mann mehr auf dem Feld nicht mehr zum Ausgleich, stattdessen trafen die Gäste per Empty-Net-Goal zur Entscheidung (60.). 

„Ich bin nichtsdestotrotz sehr stolz auf unsere Leistung. Nun konzentrieren wir uns voll auf die Liga und den Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga“, sagt Henrik Nordström. Auf dieser Mission steht ihm und seiner Mannschaft am kommenden Sonntag, 22. Februar, die nächste Aufgabe bevor: ein Heimspiel gegen das noch sieglose Tabellenschlusslicht Rennsteig Avalanche. Anpfiff ist um 16 Uhr.