Auf Platz eins in die Playoffs

Nach einem 7:3-Heimsieg im Spitzenspiel gegen den FBC München starten die Red Hocks am Sonntag in die Playoffs. (Foto: Finkenzeller/Archiv)

Nach einem 7:3-Heimsieg im Spitzenspiel gegen den FBC München starten die Red Hocks am Sonntag in die Playoffs. (Foto: Finkenzeller/Archiv)

Kaufering – Derbysieg und Hauptrundenplatz eins eingefahren, das Halbfinale bereits im Blick: „Es war ein großartiges Spiel mit einer fantastischen Stimmung“, ist Henrik Nordström, Trainer der Red Hocks Kaufering, nach dem 7:3 vor rund 350 Zuschauern gegen den FBC München glücklich. „Jetzt freuen wir uns auf den besten Teil der Saison: die Playoffs.“

Im letzten Drittel habe Magie in der Luft gelegen, lobt Nordström sein Team: „Wie schon so oft zuvor haben wir einen Gang zugelegt und unsere beste Leistung abgerufen.“ Binnen vier Minuten machten die Kauferinger aus einem 1:2-Rückstand eine 5:2-Führung. Zunächst verwertete Miro Akerlund bereits zwölf Sekunden nach Wiederanpfiff einen hohen Ballgewinn von Calli Rieß (41.), dann nutzte Gregor Denk (43.) einen Fehler im Münchener Spielaufbau. Das 4:2 von Daniel Wipfler, ein satter Schuss aus zentraler Position (45.), war schön herausgespielt und nur elf Sekunden nach einer FBC-Auszeit nutzte erneut Denk einen schnellen Umschaltmoment (45.). 

„Vielleicht ist uns Kauferings Aufholjagd aus den letzten Spielen noch im Kopf herumgegeistert“, betreibt Münchens Trainer Fredrik Ekvall Ursachenforschung. Denn zu Beginn des Schlussabschnitts sei sein Team überhaupt nicht bei der Sache gewesen. Er wolle die gegnerische Leistung keineswegs schmälern, „aber vier Gegentore in ebenso vielen Minuten sind unter keinen Umständen okay und etwas, worüber wir in der kommenden Woche sprechen müssen.“

Offene Schleusen im letzten Drittel

„Die Schleusen schienen offen und jeder Schuss ein Tor zu bringen“, hebt derweil Nordström die Kaltschnäuzigkeit seiner Red Hocks hervor. Denn zuvor war es um diese noch nicht so gut bestellt. „Im ersten Drittel haben wir defensiv nichts zugelassen, konnten unsere Chancen aber nicht nutzen“, bedauert er mehrere verpasste Hochkaräter. München sei defensiver aufgetreten als erwartet und verrammelte das eigene Tor. 

Man habe mehr auf Fehler gelauert als selbst die Initiative zu ergreifen, bestätigt FBC-Coach Ekvall: „Kaufering hat es uns schwer gemacht, aber eine fleißige Abwehr und eine gute Leistung von unserem Torwart Paul Stempfle sorgten dafür, dass wir unseren Spielplan umsetzen konnten.“ Denn als zu Beginn des zweiten Drittels die Drehzahl auf Kauferinger Seite etwas abnahm, kamen die Gäste besser ins Spiel. Zwei gut ausgespielte Vorstöße verwerteten Imo Ziemendorf (24.) und Torben Kleinhans (35.) zum 0:2. Die Offensivbemühungen der Red Hocks brachten weiterhin die ein oder andere aussichtsreiche Chance, zerfaserten zwischenzeitlich aber auch. So war der Anschluss durch Marco Tobisch zwar ein Zufallsprodukt (40.) – aber auch wichtiger Brustlöser. „Das war der Wendepunkt“, findet Kauferings Verteidiger Joe Föhr.

Nach dem furiosen Kauferinger Zwischenspurt zu Beginn des letzten Drittels sei es zwischendurch auf beiden Seiten etwas chaotisch zugegangen, konstatiert Nordström. Nutznießer waren Münchens Kai Finkenwirth (45.), der eine Unordnung in der Defensive der Red Hocks bestrafte, und Ferdinand Reichenberger, der nach einem Abpraller wieder auf 6:3 erhöhte.„Wir haben unsere Ruhe dann wiedergefunden und kontrollierten das Spiel bis zum Schluss.“

Toni Lahtinen stellte mit einem Schuss ins leere Tor (60.) den Endstand her. „Wir müssen zugeben, dass wir nicht mehr wirklich zurückgekommen sind und Kaufering letztendlich verdient gewonnen hat“, so Ekvall.

Halbfinale gegen Ebersgöns

Als punktbester Erster der beiden Zweitligastaffeln haben sich die Red Hocks für den weiteren Saisonverlauf das Heimrecht gesichert. Weiter geht es am kommenden Sonntag auswärts mit dem ersten Spiel der Halbfinalserie (14 Uhr). Gegner ist Tollwut Ebersgöns aus Hessen.

„Ein guter Start ist entscheidend, um das Momentum auf unserer Seite zu behalten“, erklärt Joe Föhr. Dass sein Team pünktlich vor dem München-Spiel personell wieder aus dem Vollen schöpfen konnte, habe geholfen – so soll es auch in den Playoffs sein. „Wir bleiben in den entscheidenden Situationen ruhig.“ Jetzt startet die heiße Saisonphase.

Die Anmeldung für den Bus nach Ebersgöns läuft über die Homepage www.redhocks.de, sobald alle Informationen vorliegen.