Pokal-Weihnachtswunder knapp verpasst

Bedröppelte Mienen nach dem Spielende gegen Weißenfels: Gegen den Favoriten aus Sachsen-Anhalt hat es nicht ganz zur Überraschung gereicht.   Foto: Finkenzeller

 

Red Hocks scheiden im Achtelfinale gegen UHC Weißenfels aus

Kaufering – Fast wäre den Kauferinger Bundesligafloorballern die vorzeitige Bescherung geglückt: 4:5 lagen sie in der heißen Phase des Pokal-Achtelfinals gegen den favorisierten UHC Weißenfels zurück und nahmen am Ende sogar noch den Torhüter vom Feld. Die Wende wollte allerdings nicht mehr gelingen, und so verpasste die Mannschaft von Trainer Markus Heinzelmann das Viertelfinalticket denkbar knapp.

Die Ausgangssituation vor dem Spiel hatte derweil auf einen weitaus deutlicheren Spielverlauf hingedeutet, denn aus den Reihen des deutschen Rekordpokalsiegers waren insgesamt fünf Spieler Teil des deutschen Kaders, der bei der Weltmeisterschaft in Helsinki in der Woche zuvor Platz 9 eingefahren hatte. Die Kauferinger, die diesmal keinen Spieler zur WM entsandt hatten, trainierten in den letzten Wochen hingegen nur selten mit voller Kapelle, unter anderem coronabedingt.

Die Hoffnung der Red Hocks, das Spiel gegen den Favoriten möglichst lange offen zu halten, bekam dann schon früh einen gewaltigen Dämpfer versetzt, denn nach einem abgefangenen Querpass vollstreckte Niko Metsänranta nach exakt einer Spielminute zum 0:1. Es brauchte fortan einige Minuten, ehe die Gastgeber die „kalte Dusche“ wegsteckten und Sicherheit in ihr Passspiel brachten. Zu großen Chancen kamen die Roten indes kaum und so brauchte es das etwas glückliche Händchen von Tizian Heinzelmann, der aus der Distanz abzog und durch mehrere Beine und Schläger den Weg ins Tor fand. Noch im ersten Drittel schienen die Weißenfelser dann aber den Weg zum Sieg zu ebnen, als Matthias Siede und Sascha Herlt mit sehenswerten Distanzschüssen auf 1:3 stellten.

Die rund 70 Zuschauer, die trotz 2G-plus und vorhandenem Livestream den Weg in die Halle gefunden hatten, durften sich auch über zwei Debütanten im roten Trikot freuen: Benedikt Föhr, ausgebildet beim SV Amendingen (Memmingen) und bislang nur für die 2. Mannschaft der Red Hocks aktiv, lief ebenso erstmals für die Bundesligamannschaft auf wie Jonas Fellner, der bei den Roten sämtliche Nachwuchsteams durchlaufen hatte und in der ersten Saisonhälfte an den UHC Waldkirch-St. Gallen ausgeliehen war. Warum dieser Hintergrund für das zweite Drittel relevant ist? Es lief gerade die 21. Spielminute, als die Red Hocks nach einem Ballgewinn in der eigenen Hälfte schnell umschalteten. Föhr bediente mit einem Querpass Fellner, sodass beide Debütanten in Kombination den 2:3-Anschluss herstellten. Doch wieder war kurz darauf WM-Fahrer Sascha Herlt zur Stelle und baute die Führung der Sachen-Anhaltiner auf 2:4 aus.

Die Red Hocks waren allerdings gut im Spiel und bei verspringenden Bällen auf Weißenfelser Seite schnell zur Stelle, sodass die Zuschauer ein über weite Strecken ausgeglichenes Spiel sahen – das im Übrigen auch sehr fair geführt wurde, denn Strafen mussten die Schiedsrichter aus München gar keine aussprechen. Im Schlussdrittel forcierten die Roten dann den Ausgleich, nachdem Verteidiger Christian Brücklmayr aus der Distanz getroffen hatte (42.). Aber wieder legten Matthias Siede und Sascha Herlt im Zusammenspiel auf 3:5 vor und machten die Ausgleichs-Hoffnungen der Kauferinger zunichte. Aber noch ein weiteres Mal sollten diese aufkeimen: Ricardo Wipfler traf in der 51. Minute zum 4:5. Obwohl Kaufering den an diesem Tag starken Dominik Bürger zugunsten eines weiteren Feldspielers aus dem Tor nahm, geriet der Weißenfelser Sieg kaum noch in Gefahr. Die besten Chancen hatten Kapitän Marco Tobisch per Volley und Raphael Heinzelmann mit einem Außenpfosten-Streifer aus der Distanz, doch der Ausgleich wollte letzten Endes nicht mehr fallen.

„Das ist schon bitter, wenn man der Sensation so nahe ist und dann mit einem Tor Rückstand aus dem Pokal ausscheidet“, bedauert Marco Tobisch. „Trotzdem können wir nicht nur mit der Leistung heute, sondern auch mit der Steigerung in den letzten Spielen größtenteils zufrieden sein. Das zeigt, dass wir mit der Entwicklung unseres jungen Kaders auf einem guten Weg sind.“

Das erste Spiel im neuen Jahr bestreiten die Red Hocks am Sonntag, 16. Januar, bei den Red Devils Wernigerode.