Gute Entwicklung und drei Punkte im Norden

Benedikt Richardon trug mit drei Toren maßgeblich zum Sieg in Schenefeld bei.  Archivfoto: Finkenzeller

 

Kaufering – Wichtige Punkte im Kampf gegen den Bundesliga-Abstieg haben die Floorballer der Red Hocks Kaufering am Wochenende eingefahren. Nachdem der Ausgleich am Samstagabend gegen den favorisierten ETV „Piranhhas“ Hamburg in den Schlussminuten nicht mehr gelingen wollte, zeigte die Mannschaft von Trainer Markus Heinzelmann am Sonntag bei BW 96 Schenefeld eine reife Leistung und gewann mit 8:5.

Vor allem in den ersten beiden Dritteln drückten die jungen Kauferinger dem Spiel ihren Stempel auf. Schenefeld, das am Samstag in Weißenfels gegen den Rekordmeister lange Paroli geboten hatte, kam im Heimspiel am Sonntag nur schwerlich in Schwung: Zwar gingen die Blau-Weißen mit einem abgefälschten Schuss früh in Führung, doch danach übernahmen die Red Hocks die Kontrolle und verzeichneten ein großes Chancenplus: Bereits in der 3. Minute steckte Martin Rieß zu Benedikt Richardon durch und der an diesem Wochenende als Stürmer aufgebotene 19-Jährige vollstreckte zum wichtigen Ausgleich. Auch in den Folgeminuten baute Kaufering sein Spiel mit Geduld auf, erspielte sich zahlreiche Chancen und ließ im Gegenzug kaum gefährliche Schenefelder Möglichkeiten zu. Raphael Heinzelmann im Powerplay und Jonas Fellner schossen die Roten dann verdientermaßen mit 3:1 in Führung. Moritz Billes setzte seinem eigenen Abschluss energisch nach und schlug den Nachschuss-Volley aus spitzem Winkel über die Linie, ehe Tobias Hutter und Benedikt Richardon einen Konter gewinnbringend zu Ende spielten. Mit 1:5 ging die Partie in die Pause. „Das war offensiv wie defensiv eine unserer reifsten Leistungen in dieser Saison“, konstatierte Kapitän Marco Tobisch hinterher.

Und auch nach dem Wiederanpfiff riss die Dominanz kaum ab. Zwar presste Schenefeld nun etwas höher und stellte die Kauferinger Hintermannschaft vor mehr Probleme als zu Beginn, aber noch immer agierte die Mannschaft vom Lech viel mit dem Ball. Nach einer Strafe gegen Jonas Fellner kamen die 96er auf 2:5 heran, doch im Laufe des Drittels stellte Marco Tobisch mit einem Distanzschuss in den Winkel den alten Abstand wieder her. Allerdings beanspruchten die Gastgeber das bessere Ende in diesem Drittel für sich: Benedikt Fiedrich verkürzte auf 3:6 und sorgte dafür, dass für den Schlussabschnitt noch alles offen blieb.

Doch hier behielten die Kauferinger ihr beherztes Abwehrverhalten bei und gewannen oftmals die entscheidenden Zweikämpfe in der eigenen Spielfeldhälfte. Und auch das Glück hatten die Roten an diesem Tag wohl auf ihrer Seite. Während die stark kämpfenden Schenefelder mit ihren Schüssen im Block hängen blieben oder am souveränen David Winzinger im Kauferinger Tor scheiterten, erhöhte Benedikt Richardon nach feinem Konter über Martin Rieß auf 3:7. Und als die bayerische Hintermannschaft weiterhin dicht hielt und vorne im Powerplay sogar noch das 3:8 in Überzahl durch den schön freigespielten Daniel Wipfler fiel, schien die Partie entschieden. Doch als Schenefeld den Torhüter zugunsten eines weiteren Feldspielers zog, wurde es plötzlich nochmal spannend. „Das ist das Einzige, was wir uns heute aus meiner Sicht ankreiden müssen. Auf das Empty-Net-Tor haben wir zu wenig zielstrebig gespielt und haben in Unterzahl zu einfach die Bälle hergeschenkt“, sagt Kapitän Tobisch. So verpassten die Red Hocks beste Möglichkeiten und mussten gleichzeitig noch zwei Gegentore schlucken. Der 8:5-Sieg geriet aber nicht mehr ernsthaft in Gefahr.

Am Punkt gegen den ETV knapp vorbei geschrammt

Schon am Samstag hatten die Red Hocks ein gutes Auswärtsspiel gezeigt und die zehnstündige Anfahrt zum ETV Hamburg schnell vergessen gemacht: Trotz bester Möglichkeiten für die Hanseaten in der Anfangsphase waren es die Red Hocks, die mit einer 2:0-Führung in die Drittelpause gingen. Im zweiten Abschnitt legte der ETV in puncto Effektivität zu und erzwang den 4:4-Ausgleich. Einen Blackout der Gäste, die sich Anfang des letzten Drittels zu einfache Ballverluste leisteten, nutzte Hamburg mit drei Toren zum 7:4 – ein Schock, von dem sich Kaufering allerdings erholte und mit einem Doppelschlag von Raphael Heinzelmann und Daniel Wipfler wieder auf ein Tor herankam. Beim 6-gegen-5 ohne Torhüter blieben zwei gute Einschussmöglichkeiten ungenutzt und so machte Hamburg mit dem 8:6 ins leere Tor alles klar.

Trotz des Sieges gegen Schenefeld bleiben die Red Hocks vorerst auf einem Playdown-Platz, da auch die direkten Konkurrenten zwischenzeitlich Punkte gesammelt haben. In den nächsten Wochen treffen die Roten aber noch auf einige Tabellennachbarn. Am kommenden Samstag, 9. April, empfangen die Red Hocks den TV Schriesheim im Süd-Derby. Beginn ist um 18 Uhr.