Red Hocks müssen beim ungeschlagenen Rekordmeister ran

Wenn Tobias Hutter und die Red Hocks am Samstag in Weißenfels um Punkte kämpfen, wird Anssi Soini (links) nicht mehr dabei sein.    Foto: Finkenzeller

 

Kaufering - Die Ausgangsposition fürs kommende Wochenende könnte für die Bundesligafloorballer der Red Hocks Kaufering kaum schwerer sein. Mit null Punkten am Tabellenende, gastieren sie am kommenden Samstag ausgerechnet beim Spitzenreiter UHC Weißenfels. Ein Sieg käme deshalb wohl einer Sensation gleich.

"Auf dem Papier haben wir schon vor dem Anpfiff verloren", meint Kapitän Marco Tobisch. "Das heißt aber auch: Egal, wie wir uns in Weißenfels anstellen, können wir nur gewinnen." Nach der Niederlage gegen Holzbüttgen sei zumindest das Tempo in den Trainings hoch gewesen. "Es ist zu spüren, dass jeder daran arbeiten will, dass wir uns gemeinsam aus dieser Lage befreien." Wenngleich die Motivation also vorhanden ist, macht die Statistik aber wenig Mut für einen Auswärtssieg. Erst einmal in sieben Jahren ist es den Red Hocks gelungen, den deutschen Rekordmeister zu schlagen. Dabei war man im vergangenen Jahr zweimal hauchdünn dran, denn in beiden Partien setzte sich der UHC denkbar knapp mit nur einem Tor Vorsprung durch.

Zur neuen Saison mussten die Sachsen-Anhaltiner ein paar Leistungsträger ziehen lassen, allen voran mit Anssi Soini den Top-Scorer der vergangenen Bundesliga-Saisons, der seither zusammen mit Ex-Kauferinger Julian Rüger in der Schweiz auf Torejagd geht. Mit Niklas Laurila kam aber prompt Ersatz aus Soinis Heimat Finnland - und dieser war an den ersten fünf Spieltagen bereits an zwölf Treffern beteiligt. Beim Rennen um den gefährlichsten Angreifer muss er damit aber seinem Nebenmann Henry Backman den Vortritt lassen, der noch einen Scorerpunkt mehr vorzuweisen hat. Weil aber noch einige weitere UHCler in guter Frühform zu sein scheinen, führt der Rekordmeister die Tabelle derzeit ungeschlagen an. Ernsthaft in Gefahr gebracht wurde der Spitzenreiter noch von keinem Gegner bis dato - am nähesten dran waren noch die Red Devils Wernigerode beim 10:6.

Sich im derzeitigen Erfolg sonnen dürfte der FC Bayern München des Floorballs wohl dennoch nicht, will der Rekordmeister die zuletzt verloren gegangene Krone doch wieder zurückerobern. Denn im vergangenen Jahr, als der MFBC Leipzig deutscher Meister wurde, blieb der UHC erstmals seit 2014 titellos.

Für die Red Hocks wird es deshalb darum gehen, insbesondere die Konzentration in der Defensive möglichst über die gesamte Spielzeit aufrecht zu erhalten, um anders als in den vergangenen Heimspielen einfache Gegentore zu vermeiden. "Und vorne müssen wir uns einfach öfter für unseren Aufwand belohnen", sagt Trainer Markus Heinzelmann. Er will auch in Weißenfels wieder den vielen jungen Talenten Spielzeit geben und damit am eingeschlagenen Weg festhalten. "Je früher wir es schaffen, unseren talentierten Nachwuchs auf Bundesliganiveau zu bringen, desto früher werden wir die Früchte unserer Arbeit ernten."

Anpfiff in Weißenfels ist am Samstag um 18 Uhr. Im Fanbus, der um 10 Uhr losfährt, sind noch Plätze frei.