(Foto: privat)
Kaufering – Eine hochspannende Süddeutsche Regionalligameisterschaft hat in Gastgeber Red Hocks Kaufering 2 ihren Meister gefunden. Die Lechfloorballer sicherten sich den Titel zum dritten Mal in Serie.
Im Halbfinale am Samstag bekamen es die Gastgeber mit dem baden-württembergischen Vize, den United Lakers aus Konstanz zu tun. Die beiden Teams mit dem Dauer-Abo für die Teilnahme an der Süddeutschen Meisterschaft haben sich in den vergangenen Jahren bereits ausgiebig gegenseitig in die Karten schauen können. Das Ziel der Lakers diesmal war klar: Titelgewinn – und damit auch Revanche.
„Gegen ein taktisch und technisch starkes Kaufering waren wir über zwei Drittel hinweg spielbestimmend“, sah das Konstanzer Spielertrainerduo Janik Loosli und Felix Kinder sein Team auf einem guten Weg. Doch an der Chancenverarbeitung haperte es. Nach einem torlosen ersten Drittel konterte Red Hocks-Knipser Tom Zöllner im Powerplay (36.) die Lakers-Führung, die Silvan Brändle (28.) im Konter herausgeschossen hatte. Unmittelbar darauf legte Dario Stäheli für den baden-württembergischen Vize aber wieder vor, als er nach einem Freischlag mutterseelenallein vor dem Tor auftauchen durfte. „Leider gelang es uns in dieser Phase nicht, uns einen größeren Vorsprung zu erarbeiten“, so Loosli und Kinder.
Zu Beginn des Schlussdrittels waren es dann die Hausherren, die sich Oberwasser erspielten. Ein Doppelschlag durch Zöllner (50.) und Finn Weber (51.) brachte die erste Kauferinger Führung. Und obwohl diese dank einer Auszeit und Franka Sommer (51.) nur einige Sekunden hielt, habe ihr Team hier wohl den entscheidenden Knacks erlitten, räumen die zwei Ober-Lakers ein. Dafür, dass das 3:3 die Schlusssirene erreichte, sei dann auch Glück vonnöten gewesen.
Die Overtime war ein offener Schlagabtausch, der allerdings keine Entscheidung brachte. Im Penaltyschießen musste sich Konstanz’ überragender Goalie-Routinier Kevin Kaiser einmal öfter geschlagen geben als sein Kauferinger Kollege Marco Trick; Zöllner traf entscheidend. Die Enttäuschung sei groß gewesen, räumen die Gästetrainer ein. Dennoch sei man mit der Teamleistung vollauf im Reinen. „Es war ein intensives und hochklassiges Spiel mit dem besseren Ende für uns“, macht es Red Hocks-Coach Tom Richardon kurz. „Beide Teams hätten gewinnen können.“
Finale gegen Ex-Erstligist Schriesheim
Einen Schlagabtausch auf von Beginn an hohem Niveau lieferte dann das Finale Kaufering gegen Schriesheim. Nachdem Kauferings Goalgetter Tom Zöllner einen langen Ball ins Tor ablenkte (8.), schlugen die Gäste durch einen Drehschuss Jan Hartmanns aus dem Halbfeld (12.) und durch eine schöne Kombination, an deren Ende Jonathan Bartoniczek stand (15.), zurück. Kurz nach einem Monstersave seines Goalies Marco Trick war es dann wieder Zöllner, der einen Freischlag von der Mittellinie ins Netz zwirbelte (16.).
Unmittelbar darauf führten wieder die Red Hocks, denn fast vom Bully weg eroberte U19-Nationalspielerin Ronja Trieb einen Ball in der Ecke; ihr Pass fand den freien Lorenz Haslinger (16.). Eine erneut sehenswerte Schriesheimer Überzahl-Stafette sorgte für den 3:3-Pausenstand durch Moritz Koch (18.). „Das Finale war eine emotionale Achterbahnfahrt“, so TVS-Spielertrainer David Jesch.
In dieser war sein Team dank Patrick Arras (23.) dann zunächst wieder obenauf, ehe Lukas Trieb per Freischlag erneut ausglich (31.). Die Gefährlichkeit des Kauferinger Duos Zöllner und Trieb habe man durchaus auf dem Schirm gehabt, kommentiert Jesch. Dass sie dennoch knipsten, spreche für sie.
Jan Hartmann nutzte großzügige Beinfreiheit vor dem Kauferinger Kasten zum 5:4 (33.), das Paul Denk elf Sekunden vor der zweiten Pause wieder konterte. Nach Wiederanpfiff schienen die Red Hocks das Finale dann auf ihre Seite zu ziehen, als Zöllner (43.) nach einer starken Kombination die Führung besorgte, die Lukas Trieb im Powerplay (51.) ausbaute.
Gegen die Vorentscheidung hatte Linus Braune dann aber noch etwas einzuwenden. Quasi im Alleingang (56./PP, 60.) schickte er das Spiel auf den letzten Drücker in die Verlängerung. „Eine starke Schlussphase“, freut sich Jesch „und ein kleines Wunder, das unseren Kampfgeist beweist.“ In der Overtime aber machte Dominik Fellner gedankenschnell nach einem Abpraller (66.) die Kauferinger Titelverteidigung fix.
„Es tut weh, in der Verlängerung zu verlieren, vor allem nachdem wir wenige Minuten zuvor noch gute Chancen hatten“, bilanziert TVS-Trainer Jesch. Er sei dennoch stolz auf die Leistung und das Abschneiden seines Teams.
„Das Finale war ein sehr gutes Spiel mit zwei Teams auf Augenhöhe“, findet Kauferings Trainer Tom Richardon – „mit dem besseren Ende für uns“. Der Spielverlauf habe Nerven gekostet, doch sein Team habe sich grandios präsentiert.