Johannes Probst war einer von acht Erstliga-Debütanten im Kauferinger Kader. Mit zwei Treffern und zwei Vorlagen war er an allen Toren seines Teams beteiligt. (Foto: Archiv/Red Hocks)
Zurück in der 1. FBL: Enges Spiel zwischen Kaufering und Leipzig
Kaufering – Mit einem hoch gehandelten Schwergewicht haben es die Red Hocks Kaufering bei ihrer Rückkehr in die 1. FBL zu tun bekommen. Bei ihrer 4:5-Heimniederlage gegen den SC DHfK Leipzig wähnten sich die Lechfloorballer über lange Strecken nah am Punktgewinn – darauf lässt sich aufbauen.
Für die Red Hocks war es eine Niederlage, die aufgrund der verlorenen Punkte zwar schmerzt, deren Art und Weise aber Mut macht. „Ich bin wirklich zufrieden mit unserer Leistung heute“, fasst Headcoach Henrik Nordström zusammen. Sein Team habe sich ordentlich in der 1. FBL zurückgemeldet und ein erstes Signal gesendet: „Wir sind da und können auf diesem Niveau mithalten.“
Mit jenem Relegationsgegner, der die Red Hocks vor eineinhalb Jahren in die Zweitklassigkeit befördert hatte, hatte der heutige SC DHfK Leipzig nur noch teilweise etwas gemein. Der letztjährige Halbfinalist verstärkte sich auch in diesem Sommer namhaft. „Sie haben eine wirklich gute Mannschaft, sind schnell auf den Beinen und im Passspiel, was für uns eine spannende Herausforderung war“, fasst Nordström zusammen.
„Über weite Strecken hat unser taktischer Plan sehr gut funktioniert. Wir konnten dem Druck mit einem starken Defensivverbund standhalten“, findet auch Kauferings erfahrener Ersatzgoalie Dominik Bürger. Der Beginn gehörte dennoch den Gästen. Bereits nach drei Minuten traf Juuso Suotula.
Die Red Hocks hatten sich kurz freizuschwimmen, blieben aber im eigenen Plan und suchten nach Lösungen über konsequente Laufwege und schnelles Ballbesitzspiel, so Bürger. Nach elf Minuten glich Johannes Probst aus, gut drei Minuten später legte er sogar vor. In der Landsberger Isidor-Hipper-Halle, in die die Lechfloorballer ausnahmsweise ausgewichen waren, wurde es erstmals laut und die Gastgeber gingen zusehends forscher zu Werke – mussten unmittelbar mit der Pausensirene aber einen Dämpfer hinnehmen: Einen Freischlag in 1A-Lage nutzte Frommhold zum 2:2 – es war einer jener Momente, in denen es den Kauferingern am entscheidenden Quäntchen Reife fehlte.
Auch zweiten Drittel war Leipzig konsequenter. Nachdem die Red Hocks einen Hochkaräter im Vorwärtsgang liegen ließen, schepperte es direkt im Gegenzug durch Paul Siegmund (31.). Dennoch hielt das Nervenkostüm. „Wir konnten mit eigenem Ballbesitz immer wieder Akzente setzen und gefährliche Situationen herausspielen“, lobt Bürger. Einen dieser Konter verwertete Eetu Simola (32.).
„Natürlich haben wir ein paar kleine Fehler gemacht, und auf diesem Niveau haben diese größere Konsequenzen als in der 2. FBL“, räumt Nordström ein. Bürger stimmt zu: „Der entscheidende Unterschied lag letztlich in wenigen Einzelsituationen, in denen wir teilweise nicht eng genug am Gegenspieler waren.“ Dass Leo Saarinen zum 3:4 (37.) traf, sei so ein Moment gewesen, in denen Leipzig eine kleine Unachtsamkeit über schnelle, gut ausgespielte Spielzüge zu nutzen wusste.
Kaufering erhöhte im Schlussdurchgang das Risiko, verpasste seine wenigen aussichtsreichen Chancen aber und nahm in der Schlussphase seinen starken Torwart Raphael Landherr zugunsten eines Extra-Angreifers vom Feld. Ohne Erfolg, Pit Seifert (59.) entschied das Match mit einem Schuss in den verwaisten Kasten. Ferdinand Reichenbergers Treffer zum Endstand unmittelbar vor Schluss hübschte das Ergebnis somit nur noch auf.
„Wir hatten unsere Chancen und mit etwas mehr Präzision in den entscheidenden Momenten hätte dieses Spiel anders ausgehen“, bedauert Nordström. Dennoch lasse sich auf die Leistung sehr gut aufbauen. „Wir konnten zeigen, dass wir auch auf dem Tempo und der Intensität der 1. FBL mithalten können“, sah Bürger einen vielversprechenden Auftakt. „Wir dürfen diesem Spiel sehr viel Positives entnehmen.“ Weiter geht es am kommenden Wochenende mit einem Doppel-Gastspiel im Norden: Am Samstag gastieren die Red Hocks beim ETV Hamburg, am Sonntag bei Blau-Weiß 96 Schenefeld.