Sensation beim UHC knapp verpasst

Ricardo Wipfler, der an den ersten drei Toren beteiligt war, lieferte am Samstag mit seinen Nebenmännern eine starke Mannschaftsleistung an. Zum Sieg gegen den UHC Weißenfels reichte es trotzdem nicht ganz.   Foto: Finkenzeller

 

Kaufering – Bis in die Schlussminuten schlugen sich die Red Hocks mit Bravour, am Ende blieben sie aber auch bei Rekordmeister UHC Weißenfels glück- und punktlos. Mit 8:6 setzte sich der aktuelle Tabellenführer gegen die Kauferinger durch.

Dass es zu diesem Zeitpunkt aber noch so spannend war, hatten die fast 200 Zuschauer wohl nach den ersten Minuten nicht erwartet. Luca-Leon Beyrich und Hoffmann mit seinem ersten Treffer an diesem Abend, hatten die Sachsen-Anhaltiner mit 2:0 in Führung geschossen. Danach hatten die Red Hocks ihre Anfangsnervosität aber abgelegt und befreiten sich aus dem Pressing immer wieder gut. Christian Lindquist hatte sich auf dem linken Flügel durchgesetzt und mit der Rückhand auf Ricardo Wipfler gelegt, der zum 2:1 verkürzte. Auch in der nächsten Aktion war Wipfler entscheidend beteiligt: Bei einem Konter über mehrere Stationen legte der 18-Jährige quer auf Kollegen Daniel Falkenberger, der mit seinem ersten Saisontreffer zum Ausgleich traf (12.). Und es kam noch besser: Wieder war es Wipfler, der sich mit einer sehenswerten Einzelaktion aus dem gegnerischen Eck befreite und aus kurzer Distanz ins lange Eck traf. Gleichzeitig schaffte es der Defensivverbund der Roten, die gefürchteten Querpässe des UHC zu verhindern und die Abschlüsse zu blocken.

Anders als in den Spielen zuvor blieb die Verteidigung auch danach meist hellwach und ließ kaum gefährliche Aktionen zu. Weißenfels blieb zwar die deutlich spielbestimmende Mannschaft, kreierte aber zu wenige Überraschungen. In der 21. Minute gab es jedoch einen solchen Moment, als Philip Weigelt einen Freischlag aus der Ecke hinter das Tor an den langen Pfosten spielte, wo Topscorer Henry Backman einen Bauerntrick zum 3:3 nutzte.

Tobias Hutter antwortete postwendend: Auf der rechten Seite wurde er kaum attackiert und spielte den Ball an den langen Pfosten, wo der Torhüter den Ball offensichtlich nicht gesehen hatte, denn dieser trudelte langsam über die Linie zur erneuten Führung. Ein Wechselfehler auf Seiten der Roten nach einem Freischlag führte dann schon wieder zum 4:4. Danach drückte Weißenfels auf die Führung, während sich Kaufering kaum mehr vom Druck befreien konnte. Dominik Bürger parierte mehrmals stark und auch das Glück war in dieser Phase auf der Seite der Bayern.

Das änderte sich aber zu Beginn des letzten Abschnitts: Gerade mal 19 Sekunden waren auf der Uhr, als ein Missverständnis in der Hintermannschaft der Roten das 5:4 provozierte. Matthias Siede nutzte das aus und überlupfte den am Boden liegenden Bürger. Geschlagen gaben sich die Red Hocks aber diesmal nicht: Nur eine Minute später schloss Hutter einen guten Angriff mit einem Schlenzer ins Kreuzeck ab, nachdem Martin Rieß zuvor mehrere Gegenspieler düpiert hatte. Und dann gingen die Red Hocks erstmals in einem letzten Drittel dieser Saison sogar noch in Führung, als Moritz Leonhardt aus der Distanz ebenfalls das linke Kreuzeck anvisierte und traf (48.).

Die Bemühungen, den Vorsprung per Konter noch auszubauen, wurden jedoch zunichte gemacht. Zunächst mit dem Ausgleich aus kurzer Distanz (51.), danach mit dem eingangs beschriebenen UHC-Konter (52.) sowie einem weiteren individuellen Fehler zum 8:6 (53.). Bei einer Strafzeit gegen die Hausherren in den beiden letzten Minuten hätten die Red Hocks das Spiel nochmal spannend machen können, brachten den Plastikball aber nicht mehr über die Torlinie.

Damit warten die Red Hocks auch weiterhin auf ihren ersten Saisonsieg. „Mannschaftlich haben wir heute die beste Leistung dieser Saison abgeliefert. Leider war der eine oder andere individuelle Fehler zu viel dabei, sodass es dann gegen die beste Mannschaft Deutschlands leider nicht ganz reicht“, sagt Kapitän Marco Tobisch. Die nächste Chance auf Bundesligapunkte gibt’s am 22. November gegen die Red Devils Wernigrode. Zuvor besteht am Samstag, 16. November, ab 18 Uhr noch die Möglichkeit, vor heimischem Publikum gegen Liga-Konkurrent SSF Dragons Bonn ins Pokal-Achtelfinale einzuziehen.