Aufwärtstrend mit Knalleffekt

Jonas Fellner, normalerweise im Trikot der Red Hocks unterwegs, zählt bereits zur U17-Nationalmannschaft. In deren Kreis könnten sich weitere seiner Kameraden gespielt haben, denn im Lauf des Wochenendes legte die süddeutsche Auswahl eine beachtliche Entwicklung hin. (Foto: Finkenzeller)

 

Süddeutsche U17-Auswahl holt Silber bei Floorball-Trophy

Kaufering/Landsberg – Am Anfang trudelte die verspätete Silvesterrakete noch etwas vor sich hin, das Ende war dann aber ein besonders strahlendes: Nachdem sie verhalten in die Wintertrophy gestartet war, präsentierte sich die süddeutsche Auswahl der U17-Floorballer zum Abschluss bärenstark. Sie beendete das dreitägige Turnier, das in Landsberg und Kaufering über die Bühne ging, auf Platz zwei.

Wie man die Trophy gewinnt, ohne das ganz große Feuerwerk zu zünden, zeigte das Team aus Sachsen-Anhalt auf. Der neue Champion ließ in Führung liegend Ball, Gegner und Zeit clever laufen und lieferte so die insgesamt reifste Leistung ab. Auch im direkten Aufeinandertreffen war es nicht der Süden, der den entscheidenden Stich setzte: Die diesmal ausschließlich mit bayerischen Spielern auflaufenden Gastgeber drängten beim Stand von 6:6 zu vehement auf den Sieg und fingen sich einen schmerzhaften Konter. 0,4 Sekunden waren noch auf der Uhr, als der Ball im Süd-Tor einschlug und die Niederlage vor 241 Zuschauern besiegelte. In der Endabrechnung war es dieser eine Nackenschlag, der den Süden hinter Sachsen-Anhalt zurückfallen ließ und so die Titelverteidigung kostete. „In entscheidenden Situationen haben uns die Cleverness und Erfahrung gefehlt“, erklärt Coach Daniel Nustedt.

Das galt auch schon am Freitag, denn der Auftakt gegen den Westen verlief ebenfalls durchwachsen. Zwar legte der Süden engagiert los, Dominik Thiel sorgte für den ersten Treffer des Turniers, doch musste seine Mannschaft auch in dieser Partie vermeidbare Gegentreffer hinnehmen. Eine zu zögerliche Abwehrarbeit und Ungereimtheiten in der Rückwärtsbewegung luden immer dann zum Abschluss ein, wenn das Spiel seine entscheidenden Phasen erreichte. Auf den späten 5:5-Ausgleich fand sich keine Antwort mehr, die ersten Punkte waren damit futsch. „Unsere Jungs brauchten etwas Anlauf, um die richtige Intensität zu erreichen und das taktische Konzept richtig umzusetzen“, beschreibt Nustedt. „Sie wissen aber auch, dass das zur Entwicklung dazugehört und sie an genau solchen Situationen weiter wachsen.“

 

Der Kauferinger Calli Rieß (Mitte, blaues Trikot) bestärkte den Aufwärtstrend seiner süddeutschen Auswahl mit dem 5:4-Siegtreffer gegen den Norden. Im letzten Spiel, diesmal gegen den Osten, zeigte seine Mannschaft dann noch eindrücklicher, was in ihr steckt. (Foto: Finkenzeller)

 

Starke Entwicklung

Und genau das taten seine Schützlinge ab dem dritten Spiel. Gegen den am Ende letztplatzierten, insgesamt aber unangenehm zu bespielenden Norden berappelte sich das Südteam, das diesmal das bessere Ende für sich beanspruchte: Nur sechs Sekunden nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich zum 4:4 war es der Kauferinger Pascal Rieß, der den schlussendlich entscheidenden Treffer landete.

Dafür, dass der Süden am Schluss zwar nicht den Pokal in die Höhe reckte, zahlenmäßig aber sowohl die beste Offensive als auch die sicherste Defensive stellte und seine gute Entwicklung mit einem großen Ausrufezeichen versah, sorgte dann das abschließende Spiel gegen die Ost-Auswahl: War die bisweilen wackelnde Hintermannschaft bis dahin noch hinter der gewaltigen Durchschlagskraft der Abteilung Attacke zurückgefallen, griffen nun sämtliche Rädchen ineinander. „Das war in Sachen Auftreten bis hin zur Spielweise genau das, wie wir es sehen wollen“, lobt Nustedt. Aus einer gefestigten Abwehr heraus spielte sein Team großartig auf, das 10:0, zu dem Münchens Luis Rüger und Nordheims Marek Sedelmeier je drei Treffer beisteuerten, war Lohn eines deutlich gereiften Kollektivs.

„Generell sind wir im Trainerteam mit der ersten gemeinsamen Trophy sehr zufrieden und werden die nächsten Lehrgänge nutzen, um bei der Sommer-Trophy den Pokal zu holen“, ordnet Nustedt seine Eindrücke ein. „Dass die Nationaltrainer nach diesem Wochenende weitere Spieler auf ihren Notizblöcken stehen haben, freut uns sehr“. Vorab hatte er genau das zum maßgeblichen Ziel erklärt.

Zufrieden mit den Leistungen der Kauferinger Auswahlspieler ist auch Kevin Keß, Spartenleiter und U17-Trainer der gastgebenden Red Hocks. „Basti Falkenberger hat mich trotz seiner geringen Spielzeit spielerisch überzeugt und wir arbeiten in den nächsten Trainingseinheiten daran, dass auch er sich einen Stammplatz sichert. Mit Maxi Manhart, Jonas Fellner, Daniel Wipfler und Pascal Rieß haben wir vier Spieler, die durchgehend im Einsatz waren.“ Ihre Leistung habe sich, genau wie die ihrer gesamten Mannschaft, im Laufe des Turniers stetig gesteigert. „Besonders hervorheben möchte ich aber vor allem auch unsere drei Gastspieler aus Amendingen Dominik Thiel, Benedikt Föhr und Georg Nusstein, die sehr positiv überrascht haben.“ Insbesondere letzterem stellt Keß ein gutes Zeugnis aus: „Er war einer der besten Verteidiger des Turniers.“

Auch mit dem Geschehen abseits des Spielfelds ist der Verantwortliche der Red Hocks hochzufrieden. „Wir haben ein äußerst erfolgreiches Event auf die Beine gestellt“, lobt er seine vielen Helfer. „Das zeigt einmal mehr, wie stark unsere Gemeinschaft ist und was man zusammen auf die Beine stellen kann.“ Das positive Feedback sei Ansporn, auch die Vorbereitung der Deutschen Meisterschaft der U13, die am 23. und 24. Mai in Kaufering stattfindet, mit großer Motivation anzugehen.

Lange aufs nächste Highlight warten muss das hiesige Floorballpublikum indes nicht: Schon am kommenden Samstag, 11. Januar, ist die kurze Bundesligapause beendet, wenn die Red Hocks um 18 Uhr die Berlin Rockets empfangen.