Ungewohntes Kräfte-Kuddelmuddel

"Wir nehmen es, wie es kommt", sieht Maxi Falkenberger, hier im Zweikampf mit dem Letten Atis Blinds, die aktuellen Rechenspiele gelassen. Angenehmer fürs deutsche Team wäre es aber wohl, den aufstrebenden Slowaken aus dem Weg zu gehen. (Bild: IFF Floorball)

Rechenspiele nach Überraschungs-Ergebnissen bei der Floorball-WM

Kaufering - Die deutsche Floorballnationalmannschaft hat die Gruppenphase der Weltmeisterschaft in Prag mit einer insgesamt ordentlichen Leistung beendet. Den erwartbaren Niederlagen gegen die beiden Sportart-Supermächte, ein 5:10 vor 12.000 Zuschauern gegen Gastgeber Tschechien sowie eine doch herbe 1:13-Packung gegen die Schweiz, folgte ein 5:4-Sieg gegen Lettland. Wem die Adlerträger am morgigen Mittwoch in der Qualifikation fürs Viertelfinale gegenüberstehen, entscheidet sich heute Abend.

In Gruppe A der WM ist diesmal alles ein bisschen anders: Über Jahre hinweg brach kaum einmal jemand in die Phalanx der vier weltweit besten Nationen Schweden, Finnland, Tschechien und Schweiz ein. In beiden Vorrundengruppen A und B marschierten üblicherweise zwei der Favoriten vorneweg, um sich direkt fürs Viertelfinale zu qualifizieren. Dahinter balgten sich die Teams der Mittelklasse, zu denen auch Deutschland zählt, um eine bestmögliche Position in der Viertelfinal-Quali. Denn dort geht es gegen die Bestplatzierten der Gruppen C und D geht, Sammelbecken für aufstrebende Außenseiter. 

Die Abläufe folgen also meist demselben Muster: Die Großen Vier ziehen als Erst- und Zweitplatzierte direkt ins Viertelfinale ein, die Teams dahinter machen die restlichen Platzierungen im direkten Kräftemessen aus mit dem Ziel, den sich eine machbare Aufgabe für die Viertelfinal-Quali zu sichern. 

Doch weil Lettland den großen Coup landete, Tschechien mit 4:3 zu schlagen, gleich tags darauf gegen Deutschland aber mit 4:5 unterlag, herrscht nun ungewohnte Spannung bis zum Schluss der Vorrunde: Gewinnt die Schweiz das Gigantenduell mit Tschechien, ist Deutschland Gruppenletzter. Im Falle eines tschechischen Punktgewinns gelänge den Deutschen der Sprung auf Vorrundenplatz drei. Und der ist durchaus begehrt. 

Denn so ginge man im Qualifikationsspiel ums Viertelfinale den unangenehmen Slowaken aus dem Weg. Kanada oder Singapur hießen dann die weitaus einfacheren Gegner. "Aber wir nehmen es, wie es kommt", sagt Maxi Falkenberger, im Bundesligaalltag Kapitän der Kauferinger Mannschaft. 

Der 25-Jährige ist bisher einer der stabileren Spieler in einer noch nicht immer sattelfesten dritten deutschen Reihen. Auch Tino von Pritzbuer aus Landsberg, der die Red Hocks vor drei Jahren in Richtung Schweiz verließ und aktuell bei Waldkirch-Sankt Gallen ins Trikot schlüpft, hat eine tragende Rolle inne und genießt bei allen Schlüsselsituationen das Vertrauen des deutschen Trainerteams. Julian Rüger, den es vor Saisonbeginn von Kaufering in die Schweiz zog, kam bisher erst auf ein Drittel gegen sein neues Heimatland. Marco Tobisch, als Ersatzspieler Teil des Kaders, wartet noch auf seinen ersten Einsatz. 

Müssen die Deutschen gegen die Slowakei ran, steigt das Duell um den Viertelfinal-Einzug am morgigen Mittwoch um 10 Uhr. Als Gruppendritter wäre Schwarz-Rot-Gold um 18.30 Uhr gefordert. Der Weltfloorballverband IFF überträgt sämtliche Partien live auf Youtube.