Souverän weiter

Ließ es am Samstag gleich dreimal selbst scheppern und bereitete zwei weitere Treffer vor: Marc (Foto: Finkenzeller)

Floorballer-Reserve schlägt Frankfurt mit 10:0. 

Kaufering – Das war eine glasklare Angelegenheit: Im Duell zweier Regionalligisten hat sich die zweite Mannschaft der Red Hocks Kaufering vor heimischem Publikum mit 10:0 gegen die Frankfurt Falcons durchgesetzt und damit die dritte Pokalrunde erreicht. Dass es vor allem zum Ende hin deutlich wurde, war auch auf die Kaderzusammenstellung beider Teams zurückzuführen.

Dass es ein ungleiches Duell zwischen Marktgemeinde und Mainmetropole werden würde, war schon vor dem ersten Bully abzusehen: Während die Falcons – durchaus mit einem guten Nachwuchs gesegnet, der an diesem Tag aber daheim blieb – einen schmalen und recht routinierten Kader aufboten, warf sich auf Seiten der in voller Mannschaftsstärke antretenden Red Hocks gerade mal eine Handvoll Veteranen ins Getümmel. Das Gros der Kauferinger Teams stellte die Fraktion der jungen Wilden.

Und genau ein solcher war es auch, der die gut 100 Zuschauer in der sechsten Minute erstmals jubeln ließ: Der erst 15-jährige Verteidiger Tizian Heinzelmann fing einen Aufbaupass der Frankfurter ab, zog einen kurzen aber energischen Antritt an und überraschte Falcons-Torwart Marcus Schmitz mit einem platzierten Abschluss, 1:0. In der Folge schenkten sich beide Team nichts; die Red Hocks, deren selten geprüfter Schlussmann Dominik Hafenmayer stets zur Stelle war, verpassten es aber noch, nachzulegen. Erst, als Stefan Bergmair im Powerplay eine Lücke erspähte und einen Schlagschuss zum 2:0 in die Maschen drosch, wuchs die Führung an. 

Im zweiten Drittel anfangs das selbe Bild: Beiden Mannschaften unterliefen Fehler, doch den Red Hocks fehlte der Killerinstinkt und den Gästen die Durchschlagskraft, um daraus Kapital zu schlagen. In der 29. Minute legte Raphael Heinzelmann für Marc Lippert auf und dieser stellte auf 3:0. Kurz darauf leistete sich Frankfurt einen Wechselfehler. Kauferings Powerplay, beim Saisonauftakt in der Vorwoche noch recht statisch, erarbeitete einige Chancen. Doch das 4:0 fiel erst sechs Minuten später: Christian Brücklmayr schloss eine Kombination der spielfreudigen Youngster-Reihe aus kurzer Distanz erfolgreich ab (37.). Frankfurt war angeknockt, rettete sich aber in die zweite Pause.

Zurück auf dem Feld stellten sich die Red Hocks auf eine Schlussoffensive der vor zwei Jahren noch in der 2. Bundesliga auflaufenden Gäste ein. Doch die Flügel der ersatzgeschwächten Falcons waren gestutzt. In Überzahl traf erneut Brücklmayr (43.) und nun ging es Schlag auf Schlag. Lippert, hernach mit drei Treffern und zwei Vorlagen zum Mann des Spiels gekürt, besorgte das 7:0 (48.). 

Nach 50 Minuten wurde es dann voll auf der Strafbank: Nachdem den Falcons ein Penalty verweigert worden war, entlud sich die schon vorab angestaute Unzufriedenheit. Gleich vier Hessen nahmen neben dem Spielsekretariat Platz. „Das sah nach Frust aus“, sagte Kauferings Verteidiger Niclas Schwarz. Zählbares brachte der numerische Vorteil den Red Hocks nicht ein, doch die Gäste fuhren nun sichtlich auf der letzten Rille. Eine der immer größer klaffenden Lücken nutzte Marius Häderle (58.) mit dem ersten Treffer der dritten Gastgeber-Reihe, Raphael Heinzelmann (59.) legte nach und Jessica Schwarz machte das Ergebnis 37 Sekunden vor Schluss zweistellig.

„Ich freue mich über den Sieg und die Art und Weise seines Zusammenkommens“, schnaufte Trainer Markus Heinzelmann nach Abpfiff durch. „Wir haben einige Situationen richtig clever gelöst, das ist zum frühen jetzigen Zeitpunkt der Saison ein schönes Zwischenfazit.“ Am kommenden Samstag, 13. Oktober, geht es wieder in der bayerischen Regionalliga um Punkte. Dann empfängt die Reserve der Lechfloorballer um 18.15 Uhr die Lumberjacks Rohrdorf im Landsberger DZG. An diesem Tag richten sich die Blicke auch nach Wernigerode. Dort wird die dritte Pokalrunde ausgelost, in die neben der zweiten Garde auch die erste Mannschaft der Red Hocks mit einem 6:2 gegen Zweitligist SC DHfK Leipzig vorgestoßen ist.