U17

Silber aus dem Backofen geangelt

Ist der eine geschlagen, hilft der nächste aus: Mit einer großen Energieleistung kämpften sich die Red Hocks bis ins Finale der deutschen Meisterschaft vor.
(Foto: Fellner)

U17-Floorballer sind nach Leipziger Hitze-Duellen deutscher Vizemeister

Leipzig – Zum ganz großen Wurf reichte es am Ende nicht, dennoch verbucht die U17 der Red Hocks das Wochenende als bemerkenswerten Erfolg: Mit dem deutschen Vizemeistertitel kehrten die Lech-Floorballer nach Hause zurück. Zum Abschluss ihrer gemeinsamen Juniorenzeit ist es die bisher beste Platzierung dieser Mannschaft – und das stärkste Ergebnis, das eine Kauferinger U17 bisher auf dem Großfeld erreichte.

Mit den sinkenden Temperaturen stieg das Spielniveau. Hatten sich die Kauferinger am Samstag in der backofenheißen Halle Am Rabet in Leipzig mit Kampf und Beißerqualitäten über Wasser gehalten, besannen sie sich am deutlich kühleren Sonntag ihres taktischen Könnens. Nachdem die Gruppenphase in zwei nahezu fiebrigen Spielen – einer 4:5-Niederlage nach Verlängerung gegen den SC DHfK Leipzig und einem 7:4 über die SG Wellingsbüttel/Wyk – mit Tabellenplatz zwei erfolgreich gestaltet worden war, standen die Red Hocks den SSF Dragons aus Bonn gegenüber.

Die Rheinländer hatten am Samstag den kühlsten Kopf bewahrt und als vermeintlicher Außenseiter die beiden mit Meisterambitionen gestarteten Favoriten ETV Hamburg und Floor Fighters Chemnitz in die Schranken gewiesen. Nur drei Gegentreffer ließen die Bonner gegen die beiden sonst so treffsicheren Offensivabteilungen zu. Kaufering legte sich eine Offensiv-Strategie zurecht – und diese erfüllte ihren Zweck vollauf.

Denn spätestens als Martin Rieß gute eineinhalb Minuten vor Spielende zum 4:0 ins mittlerweile leere Bonner Tor traf, war der Drachenzahn gezogen. Zuvor hatte der Ball bei Distanzschüssen Raphael (9.) und Tizian Heinzelmanns (36.) sowie nach einer blitzschnellen Kombination, die Daniel Falkenberger (18.) erfolgreich abschloss, den Weg ins Netz gefunden. Mit seinem 5:0 besorgte Moritz Huppmann (44.) den Endstand.

„Wichtiger als diese Offensivleistung war aber das, was wir defensiv abgebrannt haben“, lobt Trainer Rasso Schorer. Kaufering putzte einen großen Anteil seiner Ballverluste umgehend aus, nahezu alle wichtigen Laufduelle und Zweikämpfe gingen an die rackernden Red Hocks. „Wir haben mit ganz viel beherztem und gleichzeitig cleverem Einsatz den Bonner Angreifern von Anfang an klar gemacht, dass sie in diesem Spiel keinen Stich machen werden“, ordnet Schorer den im Floorball seltenen Zu-Null-Erfolg seiner Mannschaft ein.

Ebenfalls beinahe zu null wäre aber auch das anschließende Finale ausgegangen – allerdings zuungunsten der Red Hocks. Erst knapp 20 Sekunden vor der Schlusssirene schoss Luis Hegner, der anschließend als Topscorer des gesamten Teilnehmerfeldes ausgezeichnet wurde, den Kauferinger Ehrentreffer. „Anders als im Bonn-Spiel haben wir die wichtigen Zweikämpfe hier zum Großteil verloren, wenngleich wir wussten, wie Leipzig spielen wird“, bedauert Schorer. Der gastgebende SC DHfK, dem man in der Vorrunde noch auf Augenhöhe begegnet war, verlegte sich auf lange Bälle und ein aggressives Gegenpressing, in dem die Red Hocks ein ums andere Mal den Kürzeren zogen. Mit 1:6 fiel das Ergebnis deutlich aus.

„Wir können dennoch sehr zufrieden sein, weil die Mannschaft in den letzten Monaten eine unglaublich starke Entwicklung genommen hat“, bescheinigt der Trainer seinen Spielern ein großes Maß an Einsatzwillen und auch geistiger Reife. „Der ein oder andere kann vielleicht schon in der kommenden Bundesligasaison eine wichtige Rolle spielen und unseren Weg, auf den eigenen Nachwuchs zu setzen, erfolgreich fortführen.“

Bevor es soweit ist, steht aber noch ein letzter Termin an: Am kommenden Wochenende bestreitet

die U17 in Donauwörth erneut eine deutsche Meisterschaft – allerdings auf dem Kleinfeld. „Wenngleich der Trainingsfokus während der Saison voll auf dem Großfeld lag, freuen wir uns sehr auf diesen letzten gemeinsamen Termin als Nachwuchsmannschaft.“ Ein festes Ziel setzen sich die Kauferinger nicht. „Wir sind ganz ins uns ruhend auf dem Großfeld angetreten und so werden wir es auch am kommenden Wochenende halten.“