U13

Mit allen Höhen und Tiefen

Durch das 1:0 Niklas Schweyers legten die Red Hocks im Halbfinale früh vor. Wenngleich die stärkste Saisonleistung nicht zum Sieg reichte, sind Kauferings U13-Floorballer mit ihrer deutschen Meisterschaft zufrieden. (Foto: Trieb)

U13-Floorball deutschlandweit auf Platz vier

Berlin – Mal boten sie Zauber-Floorball, mal wurden die Knie zu weich. Kauferings U13-Floorballer haben bei der deutschen Meisterschaft in Berlin stellenweise begeistert, doch in den entscheidenden Situationen spielte das Nervenkostüm noch nicht mit. Am Ende steht ein verdienter vierter Platz und die Aussicht darauf, dass diese Mannschaft in Zukunft viel erreichen kann.

4, 3, 2 – das ist nicht die Formation einer dezimierten Fußballmannschaft, sondern der knappe Punktestand, den die ganz nah beieinander liegenden Zweit- bis Viertplatzierten nach Abschluss der Vorrundengruppe A auf dem Konto hatten. Als Titelverteidiger gestartet, fielen die Kauferinger Ziele diesmal bescheiden aus: „Wir wollten nicht als Schlusslicht heimfahren“, schildert Kauferings Trainer Markus Kliemann mit Blick auf die im Vergleich zum Vorjahr deutlich unerfahrenere Mannschaft. „Und für bessere Resultate ist man ja immer offen.“

Tatsächlich bot sich vor der letzten Kauferinger Partie der Gruppenphase sogar die Chance auf den Einzug ins Halbfinale. Gegen die Dümptener Füchse kam aber lange kein rechter Spielfluss zu Stande. Nach der regulären Spielzeit stand ein 4:4 auf der Anzeigetafel und als nach lediglich 24 Sekunden ein Fernschuss von der Latte ins Kauferinger Tor prallte, schien der Sprung unter die besten Vier verpasst.

Zuvor hatten die Red Hocks nach konzentriertem Beginn ihr Auftaktspiel gegen den SC DHfK Leipzig mit 3:8 verloren und den ETV Hamburg 5:4 besiegt. „Die Niederlage gegen Leipzig ist unnötig hoch ausgefallen“, bedauert Kliemann. „Zur Pause stand es 2:2, doch zwei schnelle Gegentore haben uns aus der Bahn geworfen.“ Ins Aufeinandertreffen mit den Hanseaten starteten die Kauferinger schon etwas abgeklärter. Die erste Aufregung habe sich gelegt, bemerkte der Trainer. „Jetzt spürte die Mannschaft, dass auch ein DM-Spiel 'nur' ein Floorballspiel ist.“ Die Verteidigung arbeitete gut und einige schöne Kombinationen und schnelle Pässe führten zu einem 3:0-Halbzeitstand, zu dem Vincent Kliemann (8.) und Kapitän Justus Kochsiek (14., 14.) die Treffer beisteuerten. John Blümke legte nach Wideranpfiff sogar noch nach (16.), doch erneut brachen die Red Hocks ein. „Glücklicherweise dieses Mal später als im vorigen Spiel“, erklärt Kliemann. Am Ende sprang ein 5:4-Erfolg heraus, Gregor Denks Tor (18.) machte den Unterschied.

Ein Sieg, eine Niederlage nach Verlängerung und eine nach regulärer Spielzeit – vier Punkte hatten die Red Hocks in der Vorrunde eingefahren und nun war Mitfiebern angesagt: Nur ein Sieg der bereits qualifizierten Leipziger über Hamburg würde den Lech-Floorballern die Tür ins Halbfinale nochmals aufstoßen. „Die Sache ging gut aus“, schnauft Kliemann durch. Mit 8:3 behielten die Messestädter die Oberhand und Kaufering hatte den Sprung unter Deutschlands beste vier U13-Mannschaften geschafft.

Weiter nach oben stießen sie aber nicht mehr vor. Gegen den Dauerrivalen vom FC Stern München lieferten die Red Hocks im Halbfinale zwar ihr bestes Saisonspiel ab. Am Ende setzte sich der hochverdiente spätere deutsche Meister aber mit 9:7 durch. „Die Spieler haben in der ersten Halbzeit wirklich alles richtig gemacht“, lobt Kliemann. 3:1 lagen seine Schützlinge nach Toren von Niklas Schweyer (2.), Joshua Bentele (4.) und Blümke (11.) vorne, ehe es an den in dieser Saison oft heiklen zweiten Durchgang ging. Wie schon so oft: Der Gegner drehte auf, Kaufering ließ nach. Doch zu einem Einbrechen kam es nicht. „Beide Teams haben sich einen sensationellen Schlagabtausch geliefert“, findet Kliemann.

Dennoch war die Luft nun raus und die Aussicht, gegen Leipzig Bronze zu holen, schnell dahin. „Zusammengefasst könnte man sagen, in der ersten Hälfte haben wir den dritten Platz verschenkt“, bedauert Kliemann. 7:1 stand es bereits, als ein Aufbäumen einsetzte – zu spät. Mit einer 4:8-Niederlage verpassten die Red Hocks das Treppchen.

„Dennoch kann man dieser jungen Mannschaft nur gratulieren“, findet Kliemann. „Die größten Stolpersteine waren die ganze Saison über, dass man die sehr guten Kombinationen und den Spielfluss nicht über die volle Spieldauer durchhalten konnte.“ Bei Gegentoren habe das Selbstvertrauen und die Cleverness schnell gelitten. „Nächste Saison wird es weiterhin viel um Konzentration und Beständigkeit gehen – wenn das klappt, hat diese Mannschaft noch sehr viel Potenzial.“