Klein frisst Kleiner

Zwölfmal jubelte Kauferings Floorball-Reserve in Jena. Zum Weiterkommen reichte das deutlich. (Bild: Finkenzeller)

Kantersieg in Jena: Zweite der Red Hocks zieht ins Pokalachtelfinale ein

Jena – Einen Tag nach der Bundesligamannschaft der Red Hocks hat sich auch das Kauferinger Regionalliga-Team fürs Achtelfinale des Pokalwettbewerbs qualifiziert. Die blutjunge Reserve der Lech-Floorballer landete im thüringischen Jena einen ungefährdeten 12:1-Sieg.

Ist die Liga ein Teich, ist der Pokal ein Ozean: Possierliche Fische drehen dort ebenso ihre Runden, wie die großen Riesen. Hin und wieder bricht die vermeintliche Beute aus der Nahrungskette aus – Klein frisst dann Groß. Eine solche Überraschung war am Sonntag allerdings nicht vonnöten, um den Kauferinger Einzug in die nächste Runde Realität werden zu lassen. Denn wenngleich Trainer Markus Heinzelmann vorab weitgehend im Trüben fischte, was die Stärke des Gegners anging, dessen Revier die ostdeutsche Verbandsliga ist, wurde schnell klar: Hier traf Klein auf noch Kleiner.

Gerade einmal knapp zwölf Minuten waren gespielt, da gaben die von Beginn an am Haken hängenden Jenaer das Zappeln auf. 6:0 stand es zu diesem Zeitpunkt bereits; Martin Rieß (3.), Tizian Heinzelmann (4./12.), Marc Lippert (10.) und Daniel Falkenberger (12.) hatten die Führung, die Raphael Heinzelmann schon nach 16 Sekunden erzielt hatte, nach und nach ausgebaut. Und das, obwohl die Kauferinger Offensive noch nicht einmal richtig Biss entwickelt hatte. „Jena spielte von Anfang an maximal defensiv“, schildert Käpt’n Iglo Markus Heinzelmann. „Das waren wir nicht gewohnt und konnten erst mit zunehmender Dauer Strategien umsetzten, um das Bollwerk zu knacken“. Die Gastgeber kamen nach 15 Minuten durch Sebastian Rau zum Ehrentreffer, ehe Johannes Föhr den 7:1-Pausenstand (19.) besorgte.

Das zweite Drittel startete aus Sicht der Red Hocks stark – Lukas Wexenberger (24.), Jessica Schwarz (26.) und Lippert (30.) machten das Ergebnis noch vor der Hälfte der Partie zweistellig. Doch auch wenn die Schwarmintelligenz stimmte, büßten die Kauferinger Reißzähne zusehends an Schärfe ein. „Irgendwie verlor unser Spiel an Leichtigkeit“, bedauert Coach Heinzelmann. „Es fehlten die Abschlüsse aus der zweiten Reihe.“ Und wenn einer seiner Spieler per Distanzschuss Maß nahm, ließ die Genauigkeit zu wünschen übrig. Immerhin: „Ballverluste haben wir meistens direkt wieder bereinigt und Jena nicht mehr zur Entfaltung kommen lassen“, ist Jessica Schwarz mit der Abwehrarbeit ihres Teams zufrieden.

Im letzten Abschnitt änderte sich daran wenig, wenngleich die Thüringer den Kampf nochmals neu aufnahmen. „Da wurde das Spiel körperbetonter“, fasst Kauferings Verteidiger Tobias Widmann seine Eindrücke zusammen. Am Ausgang änderte das freilich nichts mehr, Niclas Schwarz (50.) und Raphael Heinzelmann (54.) trafen zum 12:1-Endstand. „Die Leistung war voll in Ordnung“, bilanziert Trainer Markus Heinzelmann. Mehr aber auch nicht. „Die Bonuselemente haben gefehlt – wie, wenn es nach einem tollen Livekonzert keine Zugabe gibt.“

Zwei der 16 für das Achtelfinale verbliebenen Mannschaften stammen nun aus Kaufering; die Red Hocks stellen eines der noch verbliebenen vier Teams, das nicht in der ersten oder zweiten Bundesliga auf Beutefang geht. Kommenden Samstag wird die nächste Runde ausgelost. Dann zeigt sich, welche Kaliber auf offener See noch auf die Teams der Red Hocks – die gemäß der Regularien noch nicht direkt aufeinander treffen können – lauern. Die nächste Runde steigt am 15./16. Dezember. Zuvor ist die Lech-Reserve aber wieder in der Regionalliga gefordert: Übernächstes Wochenende geht es auswärts gegen die Lumberjacks Rohrdorf. Und damit gegen just jenen Gegner, gegen den es jüngst mit 5:6 die erste Saisonpleite setzte. Auch heimische Gewässer bergen so ihre Gefahren.

Johannes Föhr und die Kauferinger Reserve peilen nach einem 12:1 die nächste Pokalrunde an. (Bild: Finkenzeller)