Genuss in jedem Moment

Jubel in Schwarz-Rot-Gold: Zum erstmaligen Sprung unter die Top Acht der Welt trugen die beiden Red Hocks Johannes Eckebrecht und Ricardo Wipfler (v. links) in Halifax maßgeblich bei. (Foto: Privat)

Deutsche U19-Floorballer gewinnen die B-WM 

Kaufering – Das jahrelange Hinarbeiten ist belohnt worden: Erstmals überhaupt ist die deutsche Nationalmannschaft der U19-Floorballjunioren in die Riege der besten Acht vorgerückt. Zum Gewinn der B-Division und dem damit verbundenen Aufstieg in die Elitegruppe trugen zwei Spieler der Red Hocks Kaufering in Halifax maßgeblich bei.

Finalspiele waren bisher ihre Stärke nicht. Dreimal hatten Johannes Eckebrecht und Ricardo Wipfler bis dahin mit ihren Red Hocks in einem Endspiel um eine deutsche Nachwuchs- Meisterschaft gestanden, dreimal blieb ihnen beim Abpfiff nur die Rolle des Gratulanten. Noch bitterer war bis dahin die deutsche Ausbeute ausgefallen: Seit 2001 bei neun U19- Weltmeisterschaften angetreten, klappte es nie mit dem Aufstieg. Die Ambitionen wuchsen, aber näher, als bei den Finalpleiten 2003, 2007, 2013 und 2015 schnupperten die Adlerträger nie an die Weltspitze heran.

Doch Zweifel, dass es an diesem Sonntag im Endspiel abermals nicht klappen könnte, räumten die Deutschen von Beginn an aus. Gegner Slowenien, dem man schon in der Vorrunde 11:6 abgekocht hatte, schloss nie näher als bis auf zwei Tore auf. Die Mannschaft von Bundestrainer Thomas Berger rauschte mit einem 9:3-Finalsieg über die Ziellinie; angeführt vom stark aufdrehenden Wipfler, der sich mit einem Tor und fünf Vorlagen hochverdient die Auszeichnung als Man of the Match sicherte.

„Das Endspiel war einfach etwas ganz besonderes“, freute sich der 17-jährige Angreifer aus Weil, dessen 17 Punkte in fünf WM-Spielen kein anderer Spieler der B-WM überbot. „Ich habe wirklich jeden Moment genossen.“ Die Leistung seiner Mannschaft über die Turnierwoche hinweg mit fünf siegreichen Partien in fünf Tagen bewertet er als durchgängig souverän. Nach einem defensiv noch wackligen 19:9 über Gastgeber Kanada, einem 16:1 gegen Neuseeland und dem Vorrundensieg über Slowenien war auch Polen mit einem 12:4 im Halbfinale chancenlos. „Wir haben uns im Turnierverlauf noch gesteigert“, fasste Wipfler zusammen.

Das trifft auch für Verteidiger Eckebrecht zu. Nach Jahren zielstrebiger Vorbereitung war der Reischer am Ende der Bundesligasaison verletzt ausgefallen, der Traum von der WM geriet plötzlich ins Wanken. Erst rund zwei Wochen vor dem Abflug gen Kanada war der 17-Jährige wieder ins Training eingestiegen. Doch in Halifax verbesserte sich sein Timing von Wechsel zu Wechsel wieder; vor allem im Halbfinale gegen Polen war es seine zweite Reihe, die mit ihrer sattelfesten Abwehrarbeit den Erfolg garantierte.

Nicht zu vergessen David Winzinger: Der Torwart der Red Hocks war über die gesamte Kampagne hinweg fester Teil der deutschen Mannschaft und half unter anderem 2018 in Bozen dabei mit, überhaupt erst die WM-Qualifikation zu packen. Bei der finalen Kaderverschlankung von drei auf zwei Schlussmänner erhielten aber seine zwei Goalie-Kollegen den Vorzug. „Ich wäre in Halifax schon gern zumindest dabei gewesen, freue mich aber fürs Team“, so der Landsberger.

An den Nachfolgern der damit ausgeschiedenen Jahrgängen 2000/2001 ist es fortan, im Jahr 2021 die A-Klasse zu halten. Vielleicht zählen auch dann wieder ein paar Red Hocks zum deutschen Aufgebot. Derer drei gehörten mit Benedikt Richardon, Martin Rieß und Luis Hegner schon zuletzt zum Kreis der U17-Nationalmannschaft.