U13,
U17

Ein Wochenende, zwei Teams, zwei deutsche Meisterschaften

Ferdinand Reichenberger ist einer vieler DM-Debütanten in der Kauferinger U13. „Unser Team ist in dieser Saison sehr jung, hat sich aber super entwickelt“, findet Coach Markus Kliemann. (Foto: Fellner)

Vorläufiger Höhepunkt einer starken Entwicklung: Doppel-Interview zur Lage der U13 und U17

Kaufering – Gleich zwei Nachwuchsmannschaften der Red Hocks Kaufering treten am Wochenende bei deutschen Meisterschaften an. Während die U13-Floorballer in Berlin auf die Vorrundengegner SC DHfK Leipzig, die Dümptener Füchse und den ETV Hamburg treffen, bekommt es die U17 in Leipzig ebenfalls mit dem SC DHfK sowie der SG Wellingsbüttel/Wyk zu tun. Die Spiele der U17 werden auf dem Youtube-Kanal des SC DHfK Leipzig live übertragen.Bevor es auf große Fahrt geht, haben wir die Trainer beider Mannschaften zum Interview gebeten.

Servus Markus, servus Rasso! Am Wochenende steht die DM an. Ist das das große Highlight der Saison?

Kliemann: „Natürlich ist es das Highlight und gleichzeitig ein krönender Abschluss. Die Startberechtigung bei der U13-DM würdigt auch die bisher gezeigte Leistung und vor allem die Steigerung, die die Mannschaft die Saison über hingelegt hat. Vor allem, als gegen Ende der Saison das DM-Ticket in greifbare Nähe rückte, fieberte jeder Spieler genau darauf hin. Teils war bei manchen die DM schon so sehr im Kopf, dass es für uns im Trainerteam nicht immer einfach war, die Jungs wieder auf den Boden der Tatsachen zurück zu holen, damit sie sich aufs Hier und Jetzt konzentrieren.“

Schorer: „Auch bei der U17, die ja schon einige Erfahrung aufweist, überstrahlt so eine DM einiges. Klar, auch wenn es in Nachwuchsteams natürlich das ganze Jahr über darum geht, breit gefächerte Inhalte zu vermitteln, arbeiten wir schon darauf hin, zur DM unseren besten Floorball zu spielen. Am Wochenende drauf steht in Donauwörth auch noch die U17-Kleinfeld-DM an, auf die wir uns natürlich auch freuen. Denn generell genießen wir alle Momente, die wir als Team gemeinsam haben. Der Fokus lag die ganze Saison über aber ganz klar und offen auf dem Großfeld. Also ist Leipzig schon das mit der größten Spannung erwartete Event.“

Machen wir zeitlich noch einen Schritt zurück: Wie lief Eure bisherige Saison denn überhaupt?

Kliemann: „Angefangen haben wir mit ein paar sportlichen Dämpfern, die die Mannschaft erst mal einzuordnen hatte. Das Team musste sich neu finden, weil von den letztjährigen deutschen Meistern bis auf drei Feldspieler und einen Torwart alle zur U15 aufrückten. Der jüngere Jahrgang hatte sich ans höhere Tempo und taktische Anforderungen zu gewöhnen. Wir haben einige Zeit für die Reihenzusammenstellung gebraucht und mussten klar machen, dass es um den gemeinsamen Erfolg und nicht um Befindlichkeiten Einzelner geht. Alles in allem war es viel Arbeit für alle, dennoch sind wir sehr zufrieden, wo wir jetzt stehen.“

Schorer: „Orientierung war auch bei uns ein gutes Stichwort. Die süddeutschen U17-Ligen leiden seit Jahren unter eher kleinen Teilnehmerfeldern. Um das auszugleichen, haben unsere älteren Spieler wichtige Erfahrungen in der Herren-Regional- und teilweise auch schon Bundesliga gesammelt. Einige jüngere haben auch noch U15 gespielt. In der süddeutschen U17-Liga sind wir recht souverän Meister geworden. Bei der DM-Quali vor drei Wochen in Halle haben wir dann gesehen, dass wir mit der ostdeutschen Konkurrenz mithalten können. Aber auch, wie nah beieinander das Leistungsgefälle ist. Unser entscheidender Herzschlag-Sieg nach Verlängerung gegen Halle war eine ganz heiße Kiste, die auch nochmal Kräfte freigesetzt hat.“

Wo seht Ihr die Stärken Eurer Teams?

Schorer: „Die diesjährige U17 weiß, was sie will und sie weiß, wie sie es erreichen kann. Die Truppe ist klar im Kopf und hat deshalb eine gute Entwicklung genommen. Wir können kratzen und beißen, gleichzeitig aber auch eine feine Klinge spielen. Mannschaftliche Geschlossenheit zeichnet uns aus, jeder Spieler kann auf seiner Position mal eine spielentscheidende Aktion raushauen. Als Team sind wir mittlerweile taktisch sehr flexibel und auch in der Lage, uns schnell auf Gegner und Situation einzustellen. Für eine Nachwuchsmannschaft ist das eine wichtige Qualität, vor allem bei einer DM.“

Kliemann: „Die U13 weiß um die erheblichen Fortschritte, die sie diese Saison geschafft hat. Wenn wir die Konzentration hoch halten, jeder mitzieht und wir als Team agieren, spielen wir einen Floorball, der nicht nur schön anzuschauen, sondern auch effektiv ist. Außerdem haben wir wirklich einige 'Wadlbeisser' dabei, die keinen Ball aufgeben.“

Wollen Eure Teams ins DM-Halbfinale einziehen, müssen sie am Samstag auf einem der ersten zwei Plätze ihrer Vorrundegruppe landen. Wie seht Ihr die Chancen hierfür und was ist das Ziel am Wochenende?

Kliemann: „Sich ein Ziel zu setzen ist meiner Meinung nach sehr wichtig, dennoch muss man besonders bei einer U13-DM vorsichtig sein. Gerade bei einer jungen Mannschaft spielt die Aufregung immer mit. Wenn man sich das gegnerische Feld so ansieht, dann waren einige schon letztes Jahr dabei und laufen jetzt sozusagen mit den alten Hasen auf. Wir sind keinesfalls pessimistisch, müssen aber auch nicht auf Biegen und Brechen das Halbfinale erreichen. Wenn wir unser Spiel durchziehen ist ein Weiterkommen aber greifbar.“

Schorer: „Red Hocks streben halt immer nach dem maximal Machbaren. Was das am Wochenende konkret sein wird, werden wir sehen. Deutsche Meisterschaften mit der U17 sind etwas besonderes, weil sie für viele Spieler einen Schlusspunkt ihrer Juniorenlaufbahn darstellen. Wir werden das jetzige Wochenende in Leipzig ebenso wie das darauffolgende in Donauwörth in vollen Zügen genießen und gleichzeitig entspannt schauen, wohin unser Spirit uns trägt. Den Einzug ins Halbfinale wollen wir natürlich auf jeden Fall erreichen, dafür geben wir alles.“