Souveräner Derbysieg

Andreas Weh und seine Red Hocks hatten die Partie über weite Strecken im Griff, der Routinier steuerte zwei Treffer bei. (Foto: FKN)

Regionalliga-Floorballer bezwingen Augsburg.

Rohrdorf – Die Trendwende ist geschafft. Ausgerechnet im Derby gegen den TV Augsburg fuhr die Reserve der Red Hocks Kaufering den zweiten Sieg am Stück ein und entkommt dem Tabellenkeller dadurch immer mehr. Zum Matchwinner avancierte der 15-jährige Daniel Falkenberger, der zwei Treffer und ebenso viele Vorlagen zum 6:3-Erfolg beisteuerte. 

Gerade einmal 33 Kilometer liegen zwischen den Spielstätten der Red Hocks  und des TV Augsburg. Im immer noch kleinen Floorball-Kosmos ein Katzensprung. Zum Vergleich: Die Kauferinger Bundesliga-Mannschaft bestreitet ihr Auswärts-Derby im 320 Kilometer entfernten Schriesheim – die kürzeste Fahrt auf der Landkarte des deutschen Oberhauses. Doch weil der Regionalliga-Spielplan anderes im Sinn hatte, standen sich beide Teams in Rohrdorf bei Rosenheim gegenüber. Weil auch noch vermeintlich ausnahmslos jeder wintersport-affine Münchener und eine Vielzahl an Holländern die A8 nutzten, um in die bayerischen und österreichischen Ski-Gebiete zu gelangen, geriet die Anfahrt zur Hängepartie. 

„Leider musste das Warm-Up unter der verspäteten Ankunft leiden“, erklärt sich Angreifer Marius Häderle den zähen Start, den seine Red Hocks hinlegten. Beide Teams erarbeiteten sich kaum Chancen. Erst in der 15. Spielminute traf Veteran Andreas Weh mit einem platzierten Flachschuss.

Zur Mitte des zweiten Drittels baute Daniel Falkenberger die Führung aus (29.). Das Center-Talent hatte in den Spielen zuvor mehrere aussichtsreiche Chancen liegen lassen und sich einige Zeit auf der Jagd nach seinem zweiten Saisontor gedulden müssen. Nun platze der Knoten, und wie: Noch einen weiteren Treffer und zwei Vorlagen sollte der 15-Jährige zum Kauferinger Derby-Sieg beisteuern, doch erst einmal waren die Schwaben am Zug. 

Binnen drei Minuten stellten die Fuggerstädter auf 2:2, die Red Hocks hatten es jeweils nicht verstanden, für Ordnung vor ihrem eigenen Tor zu sorgen (30./33.). „Augsburg war in der Phase wacher und hat einigen Druck auf unseren Slot ausgeübt“, so Häderle. Die Kauferinger Reserve fand nach kurzer Erholungsphase jedoch wieder zu sich. Falkenberger (33.) mit seinem zweiten Treffer, nur wenige Sekunden nach dem Augsburger Ausgleich, und Weh, der einen Freischlag nach kurzem Antritt ins Kreuzeck feuerte (36.), besorgten das 4:2. 

Die Red Hocks um Spielertrainer Lukas Wexenberger stellten sich in der Kabine auf eine druckvolle Schlussoffensive des Tabellennachbarn ein, doch zurück auf dem Feld waren schnell klare Verhältnisse hergestellt. Häderle (41.) und Jessica Schwarz (47.), die eine schöne Kombination erfolgreich abschloss, bekräftigten den Kauferinger Aufschwung. Augsburg schaffte es zwar noch einmal, eine Unaufmerksamkeit auszunutzen (49.), doch weil die Schwaben selbst in einer fünfminütigen Überzahl – Kauferings Christian Brücklmayr hatte seinen Gegenspieler unabsichtlich mit dem Schläger am Kopf getroffen (54.) – kein Durchkommen fanden, behielten die Red Hocks die Oberhand. „Als der Schiedsrichter die fünfminütige Unterzahl verhängt hat, wurde es schon nochmal kurz aufregend“, so Häderle. „Aber auch das hat unsere Meute die Kontrolle über das Spiel nicht mehr verlieren lassen.“  

Mit dem Sieg schiebt sich die zweite Kauferinger Floorball-Garde wieder auf Platz 5 vor. Die Chancen, diesen einstweilen zu verteidigen, stehen vermeintlich gut, geht es am kommenden Sonntag – diesmal in Augsburg – doch gegen Schlusslicht Ingolstadt/Nordheim 2. Spielertrainer Justus Wende mahnt aber zur Vorsicht: „Da muss man mal abwarten, welche Spieler aus der Zweitliga-Mannschaft unserem Gegner zur Verfügung stehen.“ Schon das jüngste Aufeinandertreffen mit den Donau-Floorballern lief unerfreulich aus Kauferinger Sicht. „Beim 7:9 haben wir defensiv ganz schön die Hucke voll bekommen“, ärgert sich Wende, der mit voraussichtlich beinahe voll besetztem Kader auf Wiedergutmachung brennt.

Auch eine fünfminütige Unterzahl kurz vor Schluss brachte Marius Häderle und seine Red Hocks nicht mehr ins Wanken. (Archivbild: Finkenzeller)