Nervenstarke Talente

Endlich Gold: die U13 der Red Hocks Kaufering. (Foto: Dümptener Füchse)

 

U13 der Red Hocks Kaufering ist deutscher Meister

Kaufering – Wenn ein Floorballspiel, noch dazu auf dem Kleinfeld, mit nur drei Toren endet, hat das Seltenheitswert. Der U13 der Red Hocks reichte am Sonntag ein 2:1 im Finale gegen den UHC Weißenfels, um sich die Krone des deutschen Meisters zu sichern. Damit wandert zum dritten Mal überhaupt in der Kauferinger Floorball-Geschichte ein solcher Pokal in die Vereinsvitrine. Es ist das Ende einer fünf Jahre währenden Durststrecke.

Aus dem Jahr 2013 datierte der letzte Nachwuchs-Titel auf nationalem Parkett, damals errungen unter anderem vom heutigen Spartenleiter Kevin Keß, Johannes Weh oder Tino von Pritzbuer im Trikot der U17. In zahlreichen Finalspielen hatten die Red Hocks seitdem gestanden, zuletzt unter anderem zweimal bei der U13, ohne dass ihnen der ganz große Wurf gelang.

Erst am Wochenende zuvor hatte die U17 einen schon in der Luft liegenden Coup noch aus der Hand gegeben, eine wenige Minuten anhaltende Schwächephase hatte genügt, um das Finale kippen lassen. Eine einzige Minute war es nun aber auch, die die U13 am Sonntag in Mülheim endlich auf die heiß ersehnte Siegerstraße abbiegen ließ. Fast 20 Minuten lang – im Floorball eine halbe Ewigkeit – hatten sich das Team vom Lech und die Weißenfelser einen hochklassigen aber torlosen Schlagabtausch geliefert. Sie hatten auf Augenhöhe taktiert, gefightet und ihre Torleute geprüft, doch Kauferings Schlussmann Moritz Ballweg, der hernach ins All-Star-Team berufen wurde, und sein Pendant Jannik Vogt waren auf dem Posten. Bis zu eben jener 20. Minute, als sich Justus Kochsiek ein Herz fasste und die Rückhandkeule auspackte – 1:0 für die Red Hocks. Und es kam noch besser: Der stark aufgelegte Pascal Rieß legte per Bauerntrick frech zum 2:0 nach. Die gut 300 Zuschauer in der Halle, die es mit dem bayerischen Außenseiter hielten, ließen die Geräuschkulisse nochmals merklich anschwellen.

Erst eine Strafe gegen Kauferings Topscorer Jonas Fellner, der sich hernach ebenfalls über eine Berufung ins All-Star-Team freuen durfte, ließ auch den UHC jubeln. In Überzahl drosch Weißenfels‘ Laurenz Kahlmann den Ball per Schlagschuss zum Anschluss ins Netz. Doch die Nerven der Red Hocks hielten und damit auch ihre Führung – mit dem Abpfiff waren die Lech-Floorballer endlich wieder deutscher Meister.

Den Weg ins Finale hatten beide Teams – zumindest den Ergebnissen nach – äußerst souverän beschritten. Weißenfels schlug Stern München mit 9:5, die Frankfurt Falcons mit 5:4 und die Sedelsberg Hawks mit 9:5, im Halbfinale stellte Wellingsbüttel mit 19:3 keine große Hürde dar. Kaufering seinerseits hatte in der Vorrunde Salzwedel mit 9:2, Wellingsbüttel mit 11:2 und Dümpten mit 19:5 aus dem Weg geräumt, den Start ins Halbfinale aber völlig verpatzt. Mit 0:4 lagen die Schützlinge von Markus Kliemann, Jonas Nieberle und der abwesenden Jessica Schwarz und Daniel Falkenberger nach gerade einmal viereinhalb Minuten zurück, ehe das 1:4 durch Alexander Stolle den Roten neue Lebensgeister einhauchte. So schnell, wie die Kauferinger ins Hintertreffen geraten waren, so schnell holten sie nun auf. Tore von Daniel Wipfler, Jonas Fellner (je zwei) und abermals Stolle machten aus dem Seuchen-Auftakt binnen sieben Minuten ein 6:4. Mit weiteren drei Toren innerhalb einer Minute nach Wiederanpfiff durch Fellner, Wipfler und Rieß erstickte Kaufering das Frankfurter Aufbäumen im zweiten Durchgang schon im Keim; mit einem am Ende deutlichen 14:6 war der Weg ins Endspiel geebnet.

Als zuerst die Final-Treffer von Kochsiek und Rieß und anschließend der Abpfiff in Kaufering die Runde machten, hob der kollektive Jubelschrei kurz das Dach des dortigen Sportzentrums in die Höhe. Der Grund: Zeitgleich stand die Kauferinger U17 – ebenfalls gegen Weißenfels – dort im Finale um den ersten Platz bei der süd/ostdeutschen DM-Qualifikation auf dem Großfeld, das die Red Hocks am Ende mit 6:2 gewannen. „Das war ein sportlich und organisatorisch richtig erfolgreiches Wochenende und wir freuen uns auf die kommenden Wochen, die noch drei DM-Teilnahmen für uns parat halten“, blickt Nachwuchsleiter Rasso Schorer voraus. Am 16. und 17. Juni gastieren die U15-Mädels in Berlin und die Großfeld-U17 in Tetenbüll; am 23. und 24. Juni empfangen die Red Hocks die besten sieben Mitstreiter der Republik, um den deutschen U15-Meister zu ermitteln.

Für die Red Hocks spielten in Mülheim: Morit Ballweg, Dominik Fellner; Matthias Eckebrecht, Jonas Fellner, David Huber, Vincent Kliemann, Justus Kochsiek, Felix Lanz, Nico Leonhardt, Pascal Rieß, Alexander Stolle, Daniel Wipfler