Irre Schlusssekunden

Bei 59:58 erzielte Maxi Falkenberger den Ausgleich für die Red Hocks. In der Verlängerung gelang dann sogar noch der Sieg.     Foto: Finkenzeller


Red Hocks gewinnen nach Vier-Tore-Rückstand in der Verlängerung - Playoffs gegen Wernigerode

Kaufering - Auch dieses Jahr hievten sich die Red Hocks auf den letzten Drücker in die Playoffs und schafften damit auch den Klassenerhalt der Bundesliga. Die letzte Prüfung am Samstag gegen Blau-Weiß Schenefeld war allerdings nur noch Statistik, denn den entscheidenden Schritt Richtung Playoffs hatten die Red Hocks schon in der Vorwoche in Berlin gemacht. Trotzdem war das Schenefeld-Spiel einmal mehr Nervenzittern bis zum Schluss. 20 Sekunden vor Ende hatte es noch 4:6 aus Kauferinger Sicht gestanden, am Ende stand ein 7:6-Sieg nach Verlängerung auf der Anzeige.

Das Hinspiel hatten die Red Hocks knapp mit 3:5 verloren, weshalb Spielertrainer Tobias Hutter forderte: „Wir wollen das Hinspiel wettmachen und die Hauptrunde vor eigener Kulisse sauber abschließen.“ Das gelang zumindest in der ersten Viertelstunde vor 327 Zuschauern, dem Saisonrekord, ganz gut. Hutter und Moritz Billes legten für die Roten auf 2:0 vor. In den letzten fünf Minuten des ersten Drittels verloren die Kauferinger ein wenig den Faden und Schenefeld konnte nach einem Freischlag auf 2:1 verkürzen.

Das zweite Drittel ging weiter, wie das erste endete: Die Red Hocks agierten in den Zweikämpfen nicht konsequent genug und in der Defensive fehlte oft die Zuteilung. Zwar erspielte man sich einige hochkarätige Chancen, doch der stark aufgelegte Gastetorhüter machte alle Chancen in diesem Drittel zunichte. Die Quittung folgte dementsprechend, denn Schenefeld konnte in diesem Drittel vier Tore erzielen und somit ging es mit einem 2:5 in den Schlussabschnitt.

Trotz lauter Pausenansprache besserte sich das Spiel der Red Hocks zum Start des letzten Drittels kaum: Vorne scheiterte man immer wieder trotz guter Gelegenheiten, und nach einem weiteren Gegentreffer im dritten Drittel zum 2:6 waren nur noch elf Minuten zu spielen. Es dachte wohl kaum einer der Spieler oder Zuschauer noch an einen Sieg. Ein Hoffnungsschimmer dann in der 49. Minute: Kapitän Maxi Falkenberger zog von der Mittellinie ab und sein verdeckter Schuss landete im langen Eck - nur noch 3:6. Die Red Hocks nahmen anschließend ihre Auszeit, stellten auf zwei Reihen um und versuchten fortan mit einem aggressiven Forechecking den Ball früh in der gegnerischen Hälfte zu erobern. Dies zeigte auch Wirkung. Kaufering war nun drückend überlegen und Schenefeld konnte sich kaum noch befreien. Es dauerte jedoch bis zur 59. Spielminute, ehe Tobias Hutter den Gästetorhüter zum 4:6 überwinden konnte, dabei hatten die Red Hocks bereits ihren Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Feld genommen. Es folgte eine der spannendsten Schlussphasen, die es bis dato im Kauferinger Sportzentrum gegeben hatte. Kornelius Schmid verließ sofort nach dem Ballgewinn wieder sein Tor und Ricardo Wipfler verkürzte 17 Sekunden vor dem Ende aus dem Getümmel heraus auf 5:6. Schmid kehrte nun auch beim Bully nicht wieder in sein Gehäuse zurück. Die Red Hocks gewannen das Bully und feuerten den Ball sofort wieder in Richtung des Gästetorhüters. Sekunden vor dem Ende sprang der Ball Tobias Hutter auf die Kelle, der den Ball in den Slot passte, wo Falkenberger zwei Sekunden vor der Schlusssirene zum 6:6 einschoss. In der Verlängerung peitschten die Zuschauer ihre Mannschaft nach vorne. Kaufering behielt das hohe Tempo auch in der Verlängerung bei. Schenefeld blieb jedoch durch Konter stets gefährlich. In der 65. Spielminute lief ein Gästespieler alleine auf Kornelius Schmid zu, doch der Kauferinger Keeper behielt die Oberhand. Und nur eine Minute später zog Marco Tobisch aus der Halbposition und traf platziert ins linke Eck. Damit ergatterten die Red Hocks den Zusatzpunkt und konnten gerade im letzten Drittel viel Selbstvertrauen für die anstehenden Playoffs tanken.

Das erste Spiel des Playoffviertelfinals findet am kommenden Samstag, 31. März, um 18 Uhr statt. Gegner werden wie schon in den vergangenen beiden Jahren die Red Devils Wernigerode sein.