U13

Girls, Girls, Girls

Mit 10:7 fuhren Kauferings Mädels gegen die Wikinger München ihren ersten Saisonsieg ein.

Red Chicks erfolgreich, Kauferinger Jungs gegen Mädels gefordert.

Kaufering – Jede Menge Mädels-Power war am diesjährigen Auftakt-Spieltag der bayerischen U13-Floorball angesagt. Gleich drei Vereine schicken in diesem Jahr rein weibliche Mannschaften ins Rennen: Kaufering, Puchheim und Stern München lassen ihre Spielerinnen im Wettkampf mit Jungs-Teams Erfahrungen sammeln. Für die Lochballjägerinnen vom Lech, die Red Chicks, hielt das erste Wochenende einen Sieg gegen die Wikinger München und eine Niederlage gegen die erste Garnitur des FC Stern bereit. Der männliche Nachwuchs bekam es mit den beiden anderen Mädchen-Teams zu tun und war beide Male erfolgreich.

„Two-Year-Overage“ heißt das Zauberwort, von dem die Mädchen-Teams profitieren soll. Es erlaubt, in rein weiblichen Teams Spielerinnen einzusetzen, die zwei Jahre älter als ihre männlichen Gegner sind. Kauferings Floorballerinnen hatten damit schon im vergangenen Jahr gute Erfahrungen gemacht, die im Gewinn der deutschen U14-Mädchen-Vizemeisterschaft gipfelten. Und auch in dieser Saison wollen die Red Chicks die Bayernliga aufmischen. Nach mehrmonatiger Spielbetriebs-Sommerpause lautete die Devise gegen die Wikinger München, zunächst wieder den Rhythmus zu finden, die jungen Spielerinnen ankommen zu lassen und viel auszuprobieren. Beide Teams schenkten sich nichts, bereits nach einer Spielminute lagen die Kauferingerinnen Rückstand. „Das hat uns wachgerüttelt“, sagt Spielerin Laura Ballweg, deren Team mit beherzten Angriffen schnell ausgleichen und eine vermeintlich komfortable 3:1-Führung herausschießen konnte. Die Red Hocks zeigten sich in der Defensive aber noch anfällig, sodass die Wikinger immer wieder bedrohlich herankamen. Trotzdem: Mit 10:7 feierten die Mädels ihren ersten Saisonsieg.

Danach stand ein Messen mit den Jungs des FC Stern München an. „Schon in der letzten Saison ein schwerer Gegner“, so Ballweg, die mit ihrer Einschätzung recht behalten sollte. So lag der Kauferinger Fokus vor allem auf der Defensive und mutigem Konterspiel. Die Münchner bewiesen von Beginn an ihre Klasse und setzten die Lech-Floorballerinnen mit schnellen Kombinationen unter Druck. Erwartungsgemäß gingen die Sternler schnell mit 5:0 in Führung. Obwohl die Mädels der Red Hocks den ein oder anderen Konter starten konnten, führten nur derer zwei zum Torerfolg. Am Ende setzten sich die Landeshauptstädter verdient mit 12:2 durch. „Die Saison beginnt mit neutraler Punktbilanz durchaus positiv“, findet Ballweg. Etwas differenzierter fällt das Fazit von Trainer Alexander Wodniok aus: „Wir nehmen den Kopf zu wenig hoch, leisten uns viel zu viele einfache Ballwechsel“, moniert der Coach. „Da müssen wir die Kurve kriegen.“ Ob seine Worte Gehör finden, zeigt sich schon diesen Samstag. „Wir freuen uns schon auf die Herausforderungen am kommenden Wochenende in Amendingen“, blickt Ballweg voraus. Dort bittet ihr Team die Gastgeber und die Sportskameradinnen aus Puchheim zum Duell.

Dann ebenfalls im Einsatz, allerdings an anderer Stelle, sind auch die Kauferinger U13-Jungs. Ihr Auftakt verlief gegen die zwei Mädelsteams aus Puchheim und München mit zwei Siegen aus zwei Spielen zumindest den Ergebnissen nach erfolgreich, dennoch erkannte das Trainer-Team auch hier noch reichlich Luft nach oben. „Wir müssen am Fokus arbeiten, präziser am Ball werden und in der Abwehr aufmerksamer sein“, analysiert Markus Kliemann. Gegen die Mädels aus Puchheim starteten seine Schützlinge überlegen. Den Red Hocks gelang fast alles, auch begünstigt durch viel Raum und Zeit, die die Gegnerinnen ihnen ließen. „Dennoch waren viele Unsauberkeiten, insbesondere beim Passspiel und bei der Spielkontrolle, zu beobachten“, moniert Kliemann den Schlendrian, der zunehmend Einzug hielt und sich auch in zwei Gegentoren niederschlug. Mit 22:2 fiel der Sieg dennoch deutlich aus.

Als ganz anderes Kaliber erwiesen sich da schon die Lochball-Jägerinnen vom FC Stern. „Für die Einstellung, das nächste Spiel würde genauso locker über die Bühne gehen wie das erste, haben unsere Jungs schnell die Quittung erhalten“, findet Kliemann. Nach einer Kauferinger Blitz-Führung brachte ein sehr gut herausgespieltes Tor den Ausgleich für die Girlies. „Die Mädels hatten eine richtig gute Ballbehandlung, haben clever kombiniert und scharf geschossen“, lobt Kliemann, dessen Team einige Mühe erkennen ließ, seine Vorgaben umzusetzen. Es dauerte zwar, bis sich die Jungs fingen, doch allmählich klappte es. Die gegnerische Abwehr  wurden trotz Kauferinger Nachteilen in Körpergröße und Reichweite immer umsichtiger bespielt, die Kontrolle hielt wieder Einzug im Spiel der Red Hocks. „Nach der Halbzeit kam eine Mannschaft aufs Feld, die diesmal von der ersten Minute an fokussiert war und so einen ungefährdeten Sieg nach Hause bringen konnte“, fasst der Trainer nach einem verdienten 8:4-Erfolg zusammen.

Die Konzentration hochzuhalten, wird auch am Samstag absolut vonnöten sein. In Puchheim geht es gegen die Gastgeber, die in einer SG mit Haunwöhr auflaufen, und den Meisterschafts-Aspiranten vom FC Stern München.