Alle an einem Strang

Tummelplatz für Veteranen und Talente: Die Ex-Bundesliga-Cracks Stefan Weh, Justus Wende und Lukas Wexenberger (v. li.) verrammeln das Tor von Junioren-Nationalgoalie David Winzinger. (Foto: Finkenzeller)

Saisonstart für die Reserve der Red Hocks.

Kaufering – Was im deutschen Floorball-Oberhaus schon seit Wochen wieder ein herbeigesehnt-gewohntes Bild ist, trifft ab morgigem Samstag auch auf die bayerische Regionalliga zu: Das Spielgerät rollt wieder, Gummisohlen quietschen auf dem frisch aufbereiteten Boden des Kauferinger Sportzentrums. Mit einem Spieltag am Lech stürzt sich das Teilnehmerfeld in die neue Spielzeit. Mit dabei ist die Reserve der Red Hocks, sie absolviert ihren Saison-Aufgalopp um 16 Uhr gegen den TV Augsburg.

Zum vierten Mal startet die zweite Garnitur der Kauferinger Floorballer in der Regionalliga. Setzte es in den Anfangsjahren noch Niederlagen am Fließband, war die Truppe spätestens in der vergangenen Saison voll auf der Höhe des Geschehens und vermochte es, den ein oder anderen Gegner zu ärgern. Neu-Zweitligist Ingolstadt kann davon ein Lied singen, flog er gegen Kauferinger Reserve doch sensationell aus dem Pokalwettbewerb. Ein wirklicher Fingerzeig für die anstehenden Aufgaben ist das aber nicht, denn die personelle Fluktuation in der Reserve der Red Hocks ist naturgemäß groß. 

„Wir hatten wie jedes Jahr einen großen Umbruch“, beschreibt Spielertrainer Lukas Wexenberger, selbst eine der wenigen Konstanten, die Kaderveränderungen im Sommer. Neben erfahrenen Haudegen, die es im Vergleich zur Bundesliga langsamer angehen lassen wollen – in diesem Jahr stößt beispielsweise Torwart-Urgestein Tobias Dahme zum Team – sowie Quereinsteigern, rekrutiert sich das Gros der Mannschaft aus Junioren, für die die Regionalliga nur Durchgangsstation sein soll. Mehrere Talente, die in der Vorsaison noch Erfahrungen bei der zweiten Garde sammelten, nutzten ihre Chance und verließen das Team, um ihren Fokus nun verstärkt auf die Bundesliga zu richten. „Unser Hauptziel ist es, jeden Spieler weiter und vor allem die Jugend in Richtung erste Mannschaft zu bringen“, sagt Wexenberger, der sich mit Prognosen zurückhält: „Was in diesem Jahr drin ist, ist schwer zu sagen.“ Auch der Abgang des mit 21 Jahren zumindest nicht mehr ganz jungen Kevin Keß, der nochmals die Herausforderung in der deutschen Beletage sucht, wiegt schwer.

Mut machen in jedem Fall die gut besuchten Einheiten der vergangenen Monate, zuletzt feilten stets 15 bis 20 Feldspieler im Training gemeinsam an ihrer Form. „Wir haben eine gute Saisonvorbereitung absolviert“, findet Wexenberger. Eine Finalteilnahme bei einem Turnier in Calw war ebenso dabei, wie lehrreiche Klatschen gegen Regionalliga-Favorit Stern München, Stuttgart/Feuerbach und Zell am See. „Im Vergleich zum letzten Jahr sind wir weiter, es kamen viele gut ausgebildete und hungrige Talente nach, die den gestandenen Spielern Druck machen“, lobt der Coach seine jungen Wilden. Denn auch, wenn einige ambitionierte Talente das Team verließen, steht die nächste Generation schon in den Startlöchern. Einige Rookies könnten schon am Samstag gegen Augsburg debütieren.

Mit den Schwaben gibt am ersten Spieltag das letztjährige Tabellenschlusslicht, das in diesem Jahr aber zum Sprung ansetzen könnte, seine Visitenkarte ab. Wexenberger, der die Fuggerstädter bei ihrem Pokal-Auftritt gegen Holzbüttgen beobachtete, rechnet mit einem engen Spielverlauf. „Augsburg ist ein laufstarker Gegner, der mit Kampfkraft punktet.“ Beginn im Sportzentrum ist um 16 Uhr.