"Ich bin unendlich dankbar"

Kaufering - 21. September 2013, Sportzentrum Kaufering: Die Red Hocks starten ins Abenteuer 1. Bundesliga gegen den UHC Döbeln. Mit dabei ist auch Julian Rüger, der sein Debüt im Kauferinger Trikot gibt. Danach folgen 80 weitere Bundesligaspiele, 12 Partien im Floorball Deutschland Pokal. Mit dem Löwen auf der Brust wird der 24-Jährige nun vorerst nicht mehr auflaufen.

Nach fast 100 Spielen für die Red Hocks sagt Julian Rüger "Servus". Er wird vorerst bei seinem Heimatverein Stern München gebraucht. 


RH.de: Servus Juli. Mit welchen Erwartungen bist du vor vier Jahren nach Kaufering gekommen?

Rüger: „Ehrlich gesagt mit keinen. Ich bin damals nach 14-monatigem Auslandsaufenthalt wieder nach Deutschland gekommen und hatte einfach nur Bock, wieder zu spielen. Dass ich in Kaufering so geil und problemlos integriert wurde und die ersten Spiele dann so gut gelaufen sind, hat die Lust auf mehr gesteigert. Aber Erwartungen hatte ich eigentlich keine, ich war nur motiviert bis in die Haarspitzen und wollte immer das Beste zeigen.

RH.de: Wenn du auf diese Zeit zurückblickst: Worauf bist du besonders stolz?

Rüger: „Von der Teamleistung her bin ich auf die gesamte erste Saison sehr stolz. Als Newcomer straight outta Regionalliga den zweiten Platz in der regulären Saison zu holen und dann noch die Bronzemedaille, war eine unglaubliche Leistung. Aber auch vergangene Saison haben wir für unsere Möglichkeiten Großes abgeliefert.“

RH.de: Und persönlich?

Rüger: „Auf die Saison 2015/16. Wir hatten viele hochkarätige Abgänge, beispielsweise von Pritzbuer, Weh, Weh, Weh, Hanic, Hanic, Joscak und Hoidis. Und alle hatten ein bisschen Bammel vor der Saison. Wir sind traditionell gut gestartet und ich habe mich auch sukzessiv gesteigert und wohl meine beste Saison gespielt, auch als Defender viel gescored. Highlights waren die Einladung zur Nationalmannschaft im Mai und das Final4, als wir das Finale erreicht haben und ich ins All-Star Team gewählt wurde. Diese Auszeichnungen waren für mich ein Kompliment für drei Jahre, in denen ich enorm viel trainiert und nur wenige Spiele verpasst habe.“

RH.de: Welches Spiel ist dir in besonderer Erinnerung geblieben und warum?

Rüger: „Zum einen ist da das erste Bundesligaspiel gegen Döbeln. Ich war sehr nervös, die Bude war mit 450 Leuten voll. Dann hat mir Hutti einen Pass zugespielt, ich einfach abgezogen und das erste Tor in der Bundesligageschichte der Red Hocks erzielt. Ein geiles Gefühl! Danach haben wir befreit aufgespielt und die ersten drei Punkte geholt. Insgesamt habe ich aus jeder Saison einige Spiele und geile Szenen im Kopf. Die Stimmung war immer gut, sodass viele, viele gute Erinnerungen geblieben sind.“

RH.de: Mit 48 Strafminuten hast du die zweitmeisten Kauferinger Bundesligastrafminuten auf dem Konto, wie kommt´s?

Rüger: „Weiß ich auch nicht (lacht). Also 24 Strafminuten gehen schon mal auf die Saison, als ich in der Tschechenreihe gespielt und regelmäßig 4:1-Konter ausgebadet habe. Dann sind da noch 13 Minuten gegen meinen Lieblingsgegner aus dem Harz (Red Devils Wernigerode, Anm. d. Red.). Wenn du das abziehst, ist es doch gar nicht mehr so viel.“

RH.de: Nun treibt es dich zurück zu deinem Heimatverein Stern München. Was erwartet dich dort?

Rüger: „Im Optimalfall steigen wir am Wochenende in die zweite Liga auf. Dann werde ich dort als Spielertrainer alle Hände voll zu tun haben. Ansonsten freue ich mich sehr, auch wieder bei meinem Heimatverein zu sein. Dort geht in den letzten Jahren echt sehr viel voran. Ich werde wohl auch wieder ein Jugendteam übernehmen.“

RH.de: Bis dich unsere Fans nochmal irgendwann beim Comeback erleben: Was möchtest du ihnen und der Red Hocks-Gemeinde mit auf den Weg geben?

Rüger: „Ich will mich einfach nur bedanken. Ich bin wirklich unendlich dankbar. In Kaufering wird einem das Floorballspielen leicht gemacht. Man wird an allen Ecken unterstützt und entschädigt für all den Aufwand, den man betreibt. Also macht alle so weiter, ich werde es sehr vermissen. Aber ich werde mir sicher das eine oder andere Spiel von der Tribüne ansehen.“